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Künstler: Wiener Moderne

Broncia Koller-Pinell

Malerin, 1863–1934, Sanok – Wien – Oberwaltersdorf

Malerin aus Sanok, Mitglied der Secession ab 1902; ihr von Hoffmann und Moser eingerichtetes Haus in Oberwaltersdorf war Treffpunkt der Moderne.

Broncia Koller-Pinell, geboren 1863 als Bronisława Pineles in Sanok, kam 1870 mit ihrer Familie nach Wien, nahm Privatunterricht bei Alois Delug und studierte rund fünf Jahre an der Münchner Damenakademie bei Ludwig von Herterich. 1896 heiratete sie den Physiker und Industriellen Hugo Koller. Nach Jahren in Salzburg und Nürnberg kehrte sie 1902 nach Wien zurück und wurde Mitglied der Secession. 1904 erbte sie ein Haus in Oberwaltersdorf, das Josef Hoffmann und Koloman Moser ausstatteten. Sie starb 1934 in Oberwaltersdorf.

In ihrem Salon verkehrten Egon Schiele, Anton Faistauer und Albert Paris Gütersloh; Schiele malte 1918 ihren Mann. Sie stellte 1908/09 mit der Klimt-Gruppe aus, 1911 gemeinsam mit Heinrich Schröder bei Miethke und 1919 mit dem „Wassermann“ in Salzburg. Sie malte Bildnisse, Interieurs, Stillleben und Landschaften mit flächigen Farbzonen; Modelle waren oft ihre Kinder Rupert und Silvia, etwa in „Silvia Koller mit Vogelkäfig“. Das Belvedere widmete ihr 2024 eine Ausstellung.

Arbeiten von Koller-Pinell stammen oft aus dem Umfeld der Familie; Rückseitenvermerke zu Dargestellten und zum Haus Oberwaltersdorf sind wichtige Hinweise. Signaturen sind mit belegten Werken abzugleichen. Da ihre Wiederentdeckung jung ist, dienen die Kataloge von 1980, 1991 und 2024 als Vergleich. Zeichnungen, etwa Tierstudien in Bleistift, kommen häufiger vor als Gemälde.

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