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Künstler: Wiener Moderne

Emma Bormann

Grafikerin, Malerin, 1887–1974, Döbling – Wien – Ostasien – Kalifornien

Wiener Holz- und Linolschneiderin mit Doktorat in Archäologie; Stadtansichten von Wien bis Peking aus erhöhtem Blickpunkt.

Emma Bormann wurde 1887 in Döbling als Tochter des Althistorikers Eugen Bormann geboren, promovierte 1917 an der Universität Wien in Germanistik und Archäologie und besuchte die Graphische Lehr- und Versuchsanstalt, 1917–1921 die Kunstgewerbeschule in München, wo sie danach Grafik unterrichtete. 1925 heiratete sie den Arzt Eugen Milch. 1926–1940 war sie Lektorin für Zeichnen an der Universität Wien. 1941–1950 lebte sie in China, danach in Japan; sie starb 1974 in Riverside, Kalifornien.

Bormanns Blätter zeigen Städte meist von Türmen, Brücken oder Hügeln aus: Dächer, Straßenschluchten, Kuppeln und Kirchtürme in dichter Schwarz-Weiß-Struktur oder in wenigen Farben. Sie arbeitete mit Holzschnitt, Linolschnitt und Kaltnadel und druckte vielfach selbst. Ab 1924 reiste sie durch Europa, Blätter wie „Am Bosporus“ entstanden auf solchen Reisen; 1936 fuhr sie in die USA, später kamen Ansichten aus China und Japan hinzu. Zeichnungen und Aquarelle entstanden als Reiseskizzen und Vorlagen.

Bormanns Drucke sind meist mit Bleistift signiert und teils mit Titel und Ort beschriftet. Holz- und Linolschnitte zeigen den Druck als leichte Prägung, die Rückseite ist oft durchgedrückt. Da viele Blätter in kleinen Auflagen oder als Einzelabzüge entstanden, variieren Papier und Farbe. Ostasien-Motive sind seltener als europäische Ansichten und in der Literatur weniger erfasst.

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