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Künstler: Wiener Moderne

Emil Orlik

Maler, Grafiker, 1870–1932, Prag – Wien – Berlin

Prager Grafiker, der 1900/01 in Japan den Farbholzschnitt studierte; Porträts von Mahler, Strauss und Reinhardt in Radierung und Lithografie.

Emil Orlik wurde 1870 in Prag geboren und studierte in München. 1900/01 reiste er nach Japan, um den japanischen Farbholzschnitt bei Handwerkern vor Ort zu lernen, und gehörte damit zu den ersten europäischen Künstlern, die diese Technik dort studierten. Er stand der Wiener Secession nahe und stellte dort aus. Ab 1905 lehrte er an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums in Berlin, wo George Grosz zu seinen Schülern zählte. Orlik starb 1932 in Berlin.

Orliks Druckgrafik umfasst Farbholzschnitte mit japanischen Motiven, Radierungen, Lithografien und Bildnisse von Zeitgenossen. Er porträtierte Gustav Mahler, Richard Strauss, Max Reinhardt und viele Schauspieler und Literaten; für Reinhardt entwarf er auch Bühnenbilder. Neben der Grafik malte er Bildnisse, Landschaften und Stillleben. Japanische Blätter wie Ansichten von Tempeln, Händlern und Landschaften verbinden europäischen Blick mit dem Holzschnittverfahren aus mehreren Platten. Die japanischen Blätter druckte er mit Wasserfarben von mehreren Stöcken.

Orlik signierte seine Grafik meist mit Bleistift, oft mit Monogramm im Stock oder auf der Platte. Farbholzschnitte zeigen Prägung, leicht verschobene Passer und Holzmaserung; Reproduktionen in Büchern und Mappen sind flach gedruckt. Viele Porträtblätter erschienen in Zeitschriften wie Pan und in Mappenwerken; aus Heften gelöste Seiten sind von signierten Einzelabzügen zu trennen.

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