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Künstler: Wiener Moderne

Albert Paris Gütersloh

Maler, Schriftsteller, 1887–1973, Wien – Baden

Maler und Schriftsteller, eigentlich Albert Conrad Kiehtreiber; Rektor der Wiener Akademie 1953–1955 und Lehrer der Wiener Schule des Phantastischen Realismus.

Albert Paris Gütersloh, geboren 1887 als Albert Conrad Kiehtreiber, arbeitete zunächst als Schauspieler, Regisseur und Bühnenbildner. 1911 erschien sein Roman „Die tanzende Törin“, im selben Jahr ein Essay über Egon Schiele, der ihn 1918 porträtierte. 1931 wurde er Professor an der Kunstgewerbeschule, 1938 verlor er die Stelle, seine Kunst galt als „entartet“, 1940 folgte das Berufsverbot. 1945–1962 leitete er eine Meisterschule für Malerei an der Akademie, 1953–1955 war er Rektor, 1950–1954 Präsident der Secession. Er starb 1973.

Als Maler bevorzugte Gütersloh kleine Formate: Aquarelle, Gouachen und Temperablätter mit fein gesetzten Farbtupfen, Figuren, Gärten und Landschaften in verrätseltem, märchenhaftem Ton. Für Gobelin-Entwürfe erhielt er 1928 in Paris einen Grand Prix. Bei ihm studierten Arik Brauer, Ernst Fuchs, Wolfgang Hutter und Anton Lehmden, die zur Wiener Schule des Phantastischen Realismus gehören. Sein Roman „Sonne und Mond“, begonnen 1935, erschien 1962.

Am häufigsten kommen die kleinen Aquarelle und Gouachen in den Handel. Signatur und Datierung sind mit Beständen im Belvedere und in der Albertina abzugleichen. Viele Blätter sind auf dünnem Papier gemalt und neigen zu Lichtschäden; sie sollten nicht ungeschützt hängen. Erstausgaben seiner Bücher, teils mit Widmung, sind ein eigenes Sammelgebiet. Blätter aus dem Umfeld seiner Schüler werden ihm gelegentlich zugeschrieben.

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