Künstler: Wiener Moderne
Ludwig Ferdinand Graf
Maler, Grafiker, 1868–1932, Wien
Hagenbund-Mitglied ab 1901 und ab 1909 dessen Präsident; Landschaften, Akte und Stadtbilder in leuchtender, frei gesetzter Farbe.
Ludwig Ferdinand Graf wurde 1868 in Wien geboren und studierte in Wien und Paris. 1901, ein Jahr nach der Gründung, trat er dem Hagenbund bei, ab 1909 war er dessen Präsident. Der Hagenbund stellte in der Zedlitzhalle aus und bot jenen Künstlern ein Forum, die weder im Künstlerhaus noch in der Secession ihren Platz fanden. Graf starb 1932 in Wien. Sein Werk wurde erst in den 1990er Jahren wiederentdeckt.
Graf begann impressionistisch und fand dann unter dem Einfluss Paul Cézannes zu kräftigen, expressiven Farben, offener Pinselführung und vereinfachten Formen. Er malte Landschaften, Akte, Badende, Stillleben und Stadtansichten in Öl, Aquarell und Gouache und schuf Druckgrafik und Plakate. Seine Bilder zeigen die Öffnung der Wiener Malerei zur französischen Moderne, die der Hagenbund in seinen Ausstellungen förderte, und stehen zwischen Secession und Expressionismus.
Da Graf lange vergessen war, tauchen Arbeiten oft ohne Zuschreibung aus Wiener Nachlässen auf; Signatur, Malweise und Ausstellungsetiketten des Hagenbunds sind die wichtigsten Anhaltspunkte. Vergleich bietet der Bestand im Belvedere. Plakate sind Lithografien mit Druckvermerk und von späteren Nachdrucken über Papier und Raster zu unterscheiden. Aquarelle sind lichtempfindlich. Badende und Akte im Freien sind eine charakteristische Motivgruppe.
Epochen & Stile
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