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Künstler: Wiener Moderne

Carl Moser

Grafiker, Maler, 1873–1939, Bozen – Paris – Bozen

Bozner Farbholzschneider; ab 1901 in Paris, Sommer in der Bretagne, später Vögel und Tiroler Motive in klaren, von japanischen Drucken angeregten Flächen.

Carl Moser wurde 1873 in Bozen geboren und studierte an der Münchner Akademie bei Karl Raupp, Gabriel von Hackl und Ludwig von Herterich. Nach Reisen durch Deutschland, Italien und Korsika ließ er sich 1901 in Paris nieder, lernte dort japanische Farbholzschnitte kennen und verbrachte jeden Sommer in der Bretagne. 1906 besuchte er ein Jahr die Académie Julian, dann zwangen ihn Geldsorgen zur Rückkehr nach Bozen. Nach 1918 wurde er italienischer Staatsbürger. Er starb 1939 verarmt in Bozen.

Moser schnitt und druckte seine Blätter selbst, mit Wasserfarben von mehreren Stöcken auf Japanpapier, angeregt vom japanischen Holzschnitt und vom französischen Impressionismus. Frühe Motive zeigen den Alltag der bretonischen Küstenbewohner: Frauen in Tracht, Häfen, Fischer, Boote. In Bozen kamen Tiroler Bäuerinnen, Landschaften und Tiere hinzu, besonders Vögel wie Pfauen, Hähne und Enten. Die Albertina erwarb zwischen 1910 und 1915 mehrere Blätter, er stellte oft bei Miethke und bis 1936 auf der Biennale aus.

Mosers Holzschnitte tragen meist eine Bleistiftsignatur, teils mit Monogramm im Stock. Echte Abzüge zeigen den leicht unregelmäßigen Farbauftrag des Handdrucks, Holzmaserung und Prägung; Reproduktionen auf glattem Papier fehlen diese Merkmale. Japanpapier ist dünn und reißt leicht. Seit der Innsbrucker Retrospektive von 1978 ist sein Werk wieder bekannt; ihr Katalog dient als Vergleich.

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