Viss, auch Wiss geschrieben, bezeichnet Dorfteppiche aus dem Gebiet zwischen Hamadan und Arak, die vor allem aus der Zeit um 1880 bis 1920 bekannt sind. Die Produktion war klein und wurde über die Märkte der beiden Städte verkauft. Im westlichen Handel haben vor allem Einrichter Viss-Teppiche bekannt gemacht, die ihre großflächigen Muster für moderne Räume suchten.
Viss-Teppiche haben eine Baumwollkette, einen festen, eher dicken Flor und eine niedrige Knotendichte von rund 50.000 bis 120.000 Knoten/m². Kennzeichnend sind große, kantige Formen: Palmetten, Blüten und Medaillons, die bis an den Rand des Feldes reichen, dazu Eckzwickel. Die Farbskala umfasst Rot, Dunkelblau, Elfenbein, Grün und Gelb. Viele Stücke haben Zimmerformate um 2,5 × 3,5 m; Brücken sind ebenfalls belegt.
Weil Viss nur in kleiner Zahl entstanden, werden andere Dorfteppiche der Region gelegentlich unter diesem Namen angeboten; die Zuordnung beruht auf Musterstil und Aufbau. Antike Stücke weisen häufig abgelaufene Felder, Kantenverluste und verkürzte Enden auf. Pflanzenfarben mit deutlichem Abrasch und ein vollständiges Format sind für den Wert entscheidend, umfangreiche Restaurierungen im Feld dagegen nachteilig.
Woran man es erkennt
- Großflächige, kantige Palmetten und Blüten
- Muster reicht bis an den Feldrand
- Niedrige Knotendichte, dicker Flor
- Kräftige Farben mit Gelb und Grün
- Kleine Dorfproduktion um 1880 bis 1920
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