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Persien – Stadt & Manufaktur, Provinz Markazi, Iran

Arak

Die als Sultanabad gegründete Stadt war um 1900 Sitz westlicher Teppichfirmen; Sultanabad ist bis heute Handelsname für dekorative Großformate.

Arak, Hauptstadt der Provinz Markazi, wurde Anfang des 19. Jahrhunderts unter dem Namen Sultanabad angelegt und in den 1930er Jahren umbenannt. Ab 1883 ließ die in Manchester ansässige Firma Ziegler & Co. hier Teppiche für den europäischen Markt knüpfen; später folgten die Firma Hotz und die Oriental Carpet Manufacturers. Die Firmen gaben Entwürfe, Wolle und Farben vor und vergaben die Knüpfarbeit an Dörfer der umliegenden Ebene.

Unter dem Handelsnamen Sultanabad laufen großformatige Teppiche der Zeit um 1880 bis 1930 mit weit ausgreifenden Palmetten, Rankenwerk und offenen Feldern. Die Farben sind gedämpft: Rostrot, Indigo, Sand, Elfenbein, Grün. Kette und Schuss bestehen aus Baumwolle, die Knotendichte ist mit etwa 50.000 bis 150.000 Knoten/m² niedrig, der Flor eher dick. Zur Region gehören auch die Qualitäten Saruk, Mahal, Lilihan und Seraband, die feiner oder gröber geknüpft sind.

Einrichter fragen Sultanabad-Teppiche nach, weil ihre großen Muster und gedämpften Farben zu europäischen Räumen passen. Viele Stücke wurden über Jahrzehnte stark genutzt; typisch sind dünn gelaufene Flächen, eingesetzte Fremdstücke und nachgefärbte Partien. Echte Altersspuren verteilen sich gleichmäßig, künstliche Patina fällt an geschorenen Flächen und chemisch aufgehellten Farben auf. Vollständige Großformate über 3 × 4 m mit intakten Kanten und Enden sind selten.

Woran man es erkennt

  • Großformate, oft über 3 × 4 m
  • Weit gezeichnete Palmetten und Ranken
  • Gedämpfte Farben: Rostrot, Indigo, Sand
  • Niedrige Knotendichte, dicker Flor
  • Baumwollkette und Baumwollschuss
  • Abrasch in breiten Bändern

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