Heriz liegt in Ost-Aserbaidschan östlich von Täbris, umgeben von Dörfern wie Bakschaisch, Gorovan und Mehraban. Ab den 1870er Jahren vergaben Täbriser Händler Aufträge in diese Region, deren Knüpferinnen städtische Vorlagen in eine eckige, geometrische Formensprache übertrugen. Antike Heriz in feiner Qualität laufen im amerikanischen Handel auch unter dem Namen Serapi, besonders alte Stücke unter dem Dorfnamen Bakschaisch.
Heriz-Teppiche haben eine Baumwollkette, dicke Schüsse und einen festen, mittelhohen Flor, geknüpft mit dem symmetrischen Knoten bei etwa 40.000 bis 150.000 Knoten/m². Typisch ist ein großes, eckig gezeichnetes Zentralmedaillon mit kantigen Ranken, Eckzwickeln und einer breiten Bordüre mit dem sogenannten Schildkrötenmotiv. Die Farben sind Ziegelrot, Dunkelblau, Elfenbein und Hellblau. Überwiegend entstehen Zimmer- und Saalformate, Brücken und Läufer sind seltener.
Die Wolle der Region ist kräftig; Heriz gehören deshalb zu den langlebigsten persischen Gebrauchsteppichen. Antike Stücke vor 1920 mit Pflanzenfarben sind gefragt, besonders mit Abrasch und hellem Grund. Typische Schäden sind abgelaufene Mittelfelder, gekürzte Enden und Feuchtigkeitsflecken; die dicken Kanten lösen sich bei Nutzung auf. Neuere Heriz mit synthetischen Farben wirken gleichmäßiger und flacher im Farbbild.
Woran man es erkennt
- Großes, eckig gezeichnetes Zentralmedaillon
- Ziegelrot, Dunkelblau und Elfenbein
- Symmetrischer Knoten, niedrige bis mittlere Dichte
- Fester, kräftiger Flor
- Vorwiegend Zimmer- und Saalformate
- Serapi und Bakschaisch als Namen für frühe Stücke
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