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Persien – Dorf & Region, Ost-Aserbaidschan, Iran

Karadja

Dorf nordöstlich von Täbris; seine einschüssigen Teppiche reihen meist drei Medaillons in der Längsachse, nach kaukasischem Vorbild.

Karadja liegt in Ost-Aserbaidschan nordöstlich von Täbris, nicht weit von Heriz und Ahar. Die Nähe zum Kaukasus prägt die Formensprache: Viele Muster ähneln den Dorfteppichen jenseits des Aras, der heute die Grenze zur Republik Aserbaidschan und zu Armenien bildet. Im Handel ist Karadja seit dem späten 19. Jahrhundert bekannt; besonders verbreitet sind Läufer und Brücken, die über Täbris in den Export gelangten.

Anders als die benachbarten Heriz sind Karadja-Teppiche einschüssig gebaut, ähnlich den Hamadan-Teppichen; auf der Rückseite liegen die Kettfäden abwechselnd offen. Geknüpft wird symmetrisch auf Baumwollkette, mit rund 80.000 bis 180.000 Knoten/m². Kennzeichnend ist eine Reihe von meist drei Medaillons, in der achteckige Formen mit hakenbesetzten Rauten wechseln. Rot, Dunkelblau, Elfenbein und Hellblau bestimmen das Farbbild; das häufigste Format ist der Läufer.

Weil die einschüssige Bauweise weniger fest ist, verziehen sich Karadja-Läufer bei unebener Lage und verlieren an den Kanten Knoten. Ältere Stücke aus der Zeit vor 1940 zeigen Pflanzenfarben und Abrasch, spätere Ware ist meist gleichmäßig synthetisch gefärbt. Für die Beurteilung zählen die Geradheit des Läufers, unbeschädigte Enden und die erhaltene Florhöhe; abgelaufene Mittelachsen sind bei Läufern aus Gängen und Stiegenhäusern häufig.

Woran man es erkennt

  • Drei Medaillons in der Längsachse
  • Einschüssiger Aufbau
  • Symmetrischer Knoten
  • Kaukasisch wirkende Hakenrauten
  • Rot, Dunkelblau und Elfenbein
  • Meist Läufer und Brücken

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