Persien – Dorf & Region, Provinz Kurdistan, Iran
Bidjar
Kurdische Stadt in der Region Garrus; ihre extrem dicht gepressten Teppiche heißen im Handel Eisenteppiche.
Bidjar liegt in der Provinz Kurdistan in der Region Garrus, besiedelt von kurdischen und aserbaidschanischen Gruppen. Seit dem 19. Jahrhundert knüpfen die Stadt und die umliegenden Dörfer Teppiche, die als die schwersten und festesten Persiens gelten. Der Beiname Eisenteppich geht auf diese Bauweise zurück. Das Garrus-Muster mit großen Palmetten und Arabesken ist nach der Region benannt und wurde vielfach kopiert.
Die Festigkeit entsteht beim Knüpfen: Nass gemachte Kett- und Schussfäden werden mit einem Eisenkamm oder einem nagelartigen Werkzeug fest zusammengeschlagen, oft mit einem dicken und einem dünnen Schuss. Geknüpft wird symmetrisch, mit etwa 150.000 bis 400.000 Knoten/m². Häufige Muster sind Herati, Garrus, Medaillons mit Eckzwickeln und Mina-Khani; die Grundfarben sind Rot, Dunkelblau und Kamelton. Es gibt Brücken, Zimmerformate und Läufer.
Bidjar-Teppiche halten Jahrzehnte starker Nutzung aus, vertragen aber kein Falten: Der dichte Aufbau bricht an Knickstellen, und es entstehen Risse quer zur Kette. Lagern und transportieren sollte man sie gerollt, mit dem Flor nach außen. Antike Bidjar aus der Zeit vor 1920 sind gefragt, wenn Flor und Enden erhalten sind. Gebrochene Partien lassen sich restaurieren, die Reparatur bleibt aber auf der Rückseite sichtbar.
Woran man es erkennt
- Sehr schwer und steif
- Bricht beim Falten, muss gerollt werden
- Symmetrischer Knoten, eng gepresste Schüsse
- Garrus- und Herati-Muster
- Rot, Dunkelblau und Kamelton
- Dicker Schuss neben dünnem Schuss
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