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Afghanistan, Pakistan & Indien, Nordafghanistan

Afghan

Handelsname für Turkmenenteppiche aus Nordafghanistan mit großen Elefantenfuß-Gul in Rot; Qualitäten wie Khal Mohammadi und Daulatabad.

Afghan bezeichnet im Handel die Teppiche der turkmenischen Ersari und anderer Gruppen in Nordafghanistan, zwischen Herat, Andchoy, Maimana und Mazar-e Scharif. Viele Familien kamen nach 1920 aus dem sowjetischen Turkmenistan und Usbekistan über die Grenze und setzten ihre Knüpftradition fort. Der Handel unterscheidet Qualitäten nach Orten und Herkunft, etwa Daulatabad für die gröberen Stücke mit großen Gul und Khal Mohammadi für feine, dunkelrote Ware.

Afghan-Teppiche haben Kette und Schuss aus Wolle, teils aus Ziegenhaar, und einen festen, mittelhohen bis langen Flor mit dem asymmetrischen Knoten, bei etwa 60.000 bis 200.000 Knoten/m². Typisch ist das große, achteckige Fil-Pai-Gul, im Handel Elefantenfuß genannt, in Reihen auf rotem Grund mit Dunkelblau und Elfenbein. Khal Mohammadi zeigen kleinere Gul auf tiefem Weinrot und eine dichtere Knüpfung. Üblich sind Zimmer- und Saalformate.

Afghan-Teppiche des mittleren 20. Jahrhunderts wurden in Europa in großer Zahl verkauft und sind entsprechend verbreitet. Für die Beurteilung zählen Qualität, Wolle und Farbe: Ältere Stücke vor 1960 mit Pflanzenfarben und glänzender Wolle sind gefragter als gleichmäßige Ware der 1970er Jahre. Häufig sind abgelaufene Felder, Mottenfraß und nachgefärbtes Rot. Chemisch aufgehellte Stücke, im Handel als Golden Afghan bekannt, wirken gelborange und haben trockene Wolle.

Woran man es erkennt

  • Große Elefantenfuß-Gul (Fil Pai)
  • Rot mit Dunkelblau und Elfenbein
  • Wollfundament, teils Ziegenhaar
  • Khal Mohammadi: dunkles Weinrot, dichter geknüpft
  • Daulatabad: größere Gul, gröber
  • Zimmer- und Saalformate

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