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Afghanistan, Pakistan & Indien, Punjab, Indien

Amritsar

Stadt im Punjab; um 1880 bis 1920 Zentrum einer großen Exportproduktion von Teppichen in Pastelltönen und mit persischen Mustern.

Amritsar im indischen Punjab ist Sitz des Goldenen Tempels der Sikh. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich hier, aus der Schalweberei hervorgehend, eine Teppichindustrie für den Export nach Großbritannien und Amerika. Um 1900 betrieben europäische und indische Firmen, darunter die East India Carpet Company, große Werkstätten. Nach dem Ersten Weltkrieg ging die Produktion zurück.

Amritsar-Teppiche haben eine Baumwollkette und einen dichten Wollflor mit dem asymmetrischen Knoten, bei etwa 80.000 bis 250.000 Knoten/m². Die Muster übernehmen persische Medaillons, Herati und Rankenwerk, oft in größerem Maßstab. Kennzeichnend sind Farbstellungen in Pastell: Hellgrün, Salbei, Rosa, Hellblau, Elfenbein und Gold, abgestimmt auf englische Interieurs der Zeit. Häufig sind große Formate für Salons und Speisezimmer. Die Knüpfer arbeiteten nach Vorlagen der Firmen, teils nach dem aus Kaschmir übernommenen Talim, einer verschlüsselten Musteranweisung.

Antike Amritsar aus der Zeit um 1880 bis 1920 sind bei Einrichtern gesucht, weil ihre hellen Farbstellungen selten sind. Die hellen Gründe zeigen Flecken und Verschmutzung deutlich, die Pastellfarben bleichen im Licht. Häufig sind abgelaufene Felder, ersetzte Fransen und gekürzte Enden. Die Abgrenzung zu Agra und Lahore beruht auf Farbe, Zeichnung und Aufbau und gelingt nicht immer sicher.

Woran man es erkennt

  • Pastellfarben: Hellgrün, Rosa, Hellblau
  • Persische Muster in großem Maßstab
  • Baumwollkette, dichter Flor
  • Großformate für Salons
  • Exportproduktion um 1880 bis 1920

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