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Pflanzenfarben und synthetische Farben

Naturfarbstoffe wie Krapp, Indigo und Reseda und die seit dem späten 19. Jahrhundert verbreiteten synthetischen Farben; zentral für Datierung und Wert.

Bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts färbten Knüpfer ihre Wolle ausschließlich mit Naturfarbstoffen: Rot aus Krapp, der Wurzel von Rubia tinctorum, oder aus Insektenfarbstoffen wie Cochenille und Lack, Blau aus Indigo, Gelb aus Reseda und anderen Pflanzen, Braun aus Walnussschalen und Eisenbeizen. Nachdem William Henry Perkin 1856 das Mauvein entdeckt hatte, folgten Anilinfarben, die ab etwa 1870 auch in den Orient gelangten.

Frühe synthetische Farben, vor allem Fuchsin und andere Anilinfarben, waren wenig licht- und waschecht: Rosa, Violett und Orange verblassen zu Grau oder Braun, Rot blutet aus. Typisch ist ein Unterschied zwischen Florspitze und Knotenbasis, der beim Auseinanderbiegen des Flors sichtbar wird. Ab dem frühen 20. Jahrhundert setzten sich Chromfarben durch, die licht- und waschecht sind, aber flacher und gleichmäßiger wirken. Pflanzenfarben zeigen dagegen Abrasch und weiche Übergänge.

Pflanzenfarben sind bei antiken Teppichen ein wichtiges Wertkriterium; ihr Nachweis beruht auf Erfahrung, Lupe und im Zweifel auf chemischer Analyse. Verblasste Anilinfarben gelten als Mangel, weil sie das Farbbild verfälschen. Für die Reinigung ist die Unterscheidung entscheidend, weil ausblutende Farben eine angepasste Wäsche verlangen. Seit den 1980er Jahren werden in der Türkei, in Iran und Afghanistan wieder Teppiche mit Naturfarben geknüpft.

Woran man es erkennt

  • Krapp, Indigo, Reseda und Cochenille
  • Anilinfarben ab etwa 1870 im Orient
  • Verblasste Spitzen bei frühen synthetischen Farben
  • Chromfarben ab dem frühen 20. Jahrhundert
  • Abrasch als Hinweis auf Naturfarben

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