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Afghanistan, Pakistan & Indien, Punjab, Pakistan

Lahore

Mogulstadt im Punjab, heute Pakistan; im 17. Jahrhundert Hofwerkstatt, im 19. Jahrhundert Gefängnisproduktion, nach 1947 Zentrum der pakistanischen Knüpferei.

Lahore war unter den Mogulkaisern Akbar, Jahangir und Shah Jahan eine der Residenzstädte. Die Hofwerkstätten knüpften im 17. Jahrhundert Teppiche für den Hof und für den Export; ein bekanntes Beispiel ist der Girdlers-Teppich, um 1630 in Lahore für die Londoner Gilde der Gürtelmacher gefertigt. Im 19. Jahrhundert folgten Gefängniswerkstätten, nach der Teilung 1947 wurde Lahore Zentrum der pakistanischen Teppichproduktion.

Mogulzeitliche Lahore-Teppiche haben eine Baumwollkette, einen sehr feinen Wollflor, bei Hofstücken aus Pashmina-Wolle, und den asymmetrischen Knoten. Die Muster zeigen naturalistische Blüten, Ranken und Palmetten auf lackrotem Grund. Die Teppiche des 19. Jahrhunderts aus den Gefängnissen sind gröber, etwa 60.000 bis 150.000 Knoten/m², mit persischen Mustern. Die Produktion nach 1947 umfasst Pakistan-Bukhara, Ziegler-Nachknüpfungen und persische Muster. Die Gefängnisteppiche wurden oft auf Bestellung in bestimmten Maßen und Farben gefertigt.

Mogulzeitliche Lahore-Teppiche sind Museumsstücke und kommen kaum in den Handel. Die Gefängnis- und Exportteppiche des 19. und frühen 20. Jahrhunderts tauchen gelegentlich in europäischen Nachlässen auf; beurteilt werden sie wie Agra nach Format, Farbe und Zustand. Neuere pakistanische Ware aus Lahore ist zahlreich und zählt zur Gebrauchsware. Abgelaufener Flor, Löcher und gekürzte Enden sind die häufigsten Mängel.

Woran man es erkennt

  • Mogulzeit: Blüten auf lackrotem Grund
  • Pashmina-Wolle bei Hofstücken
  • Gefängnisteppiche des 19. Jahrhunderts
  • Baumwollkette
  • Nach 1947 Zentrum der pakistanischen Produktion

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