Material: Glas
Uranglas
Mit Uranverbindungen gefärbtes Glas, das unter UV-Licht grün leuchtet und dessen Farben Josef Riedel Annagelb und Annagrün nannte.
Uranglas enthält geringe Mengen Uranverbindungen, die ihm eine gelbgrüne Farbe geben und es unter ultraviolettem Licht kräftig grün fluoreszieren lassen. In Nordböhmen führte Josef Riedel in den 1830er-Jahren Uranglas ein und benannte die Farben Annagelb und Annagrün nach seiner Frau Anna. Biedermeier-Becher, Flakons und Vasen, später Pressglasgeschirr, Leuchter und Lampenschirme der Zwischenkriegszeit wurden in Uranglas gefertigt. Die Strahlung liegt bei üblichen Gegenständen sehr niedrig.
Der einfachste Test ist eine UV-Taschenlampe mit 365 Nanometern: Uranglas leuchtet unmittelbar hellgrün auf. Im Tageslicht erscheint Annagelb zitronengelb, Annagrün gelblich grün mit leichtem Opaleszieren. Ältere Stücke zeigen Schliff, Gravur oder Vergoldung, Pressglas der 1920er- und 1930er-Jahre gerundete Kanten und Formnähte. Vaselinglas ist die englische Bezeichnung für gelbes, leicht opakes Uranglas. Ein Geigerzähler zeigt nur leicht erhöhte Werte. Ein abgedunkelter Raum verstärkt die Wirkung des Tests.
Biedermeier-Gläser in Annagelb und Annagrün mit Schliff oder Gravur sind gesucht, Pressglas aus Uranglas hat eine eigene Sammlerschaft. Nicht jedes grüne oder gelbe Glas enthält Uran; der UV-Test schafft Klarheit. Moderne Nachfertigungen leuchten ebenfalls und müssen über Form und Verarbeitung abgegrenzt werden.
So prüfen Sie es
- kräftig grünes Leuchten unter UV-Licht
- zitronengelbe oder gelbgrüne Farbe
- Schliff und Gravur bei Biedermeier-Stücken
- Formnähte bei Pressglas
- leicht erhöhter Messwert am Geigerzähler
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