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Material: Glas

Glasgravur

Bildschnitt in Glas mit Kupferrädern, als vertiefter Tiefschnitt oder erhabener Hochschnitt, in Böhmen und Schlesien zur Meisterschaft gebracht.

Der Glasgraveur schleift Motive mit kleinen, rotierenden Kupferrädchen und Schleifmittel in das Glas. Beim Tiefschnitt liegen die Motive vertieft, beim Hochschnitt wird der Grund abgetragen, sodass das Motiv erhaben stehen bleibt. Im späten 17. Jahrhundert entwickelte Friedrich Winter in Schlesien den Hochschnitt, im 18. Jahrhundert prägten Pokale aus Böhmen und Potsdam den Stil. Im Biedermeier schuf Dominik Biemann in Franzensbad gravierte Porträts von größter Feinheit.

Gravuren erscheinen matt auf klarem Glas, nur ausgewählte Partien sind poliert, um Lichter zu setzen. Unter der Lupe zeigen sich feine, sich kreuzende Schliffspuren der Räder. Bei Hochschnitt spürt man mit den Fingern das erhabene Relief. Ätzungen wirken dagegen gleichmäßig matt ohne Radspuren, Diamantgravuren bestehen aus feinen geritzten Linien. Kratzspuren durch Gebrauch verlaufen unregelmäßig kreuz und quer. Bei Porträtgravuren verrät die Feinheit der Gesichtszüge die Hand eines Meisters.

Pokale des Barock mit Tiefschnitt, Hochschnittgläser und Biedermeier-Gläser mit Porträt- oder Vedutengravur sind gesucht. Signierte Gravuren bekannter Meister erzielen besonderes Interesse. Spätere Gravuren auf alten Gläsern kommen vor und lassen sich an abweichendem Stil und frischeren Kanten erkennen. Bei Pokalen beeinflussen Deckel, Fuß und Schaft die Bewertung ebenso wie die Gravur.

So prüfen Sie es

  • matte Gravur auf klarem Glas
  • polierte Lichter
  • feine Radspuren unter der Lupe
  • fühlbares Relief bei Hochschnitt
  • gleichmäßige Mattierung bei Ätzung

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.