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Material: Glas

Lithyalin

Undurchsichtiges, marmoriertes Glas, das Halbedelsteine nachahmt, Ende der 1820er-Jahre von Friedrich Egermann in Nordböhmen entwickelt.

Lithyalin ist ein opakes bis schwach durchscheinendes Glas mit marmorierter Oberfläche, die Achat, Jaspis oder Chalzedon nachahmt. Friedrich Egermann, Glasveredler in Blottendorf bei Haida, entwickelte es Ende der 1820er-Jahre und erhielt dafür ein Privileg. Die Färbung entstand durch Metallverbindungen, die beim Wiedererwärmen an der Oberfläche Muster bildeten. Becher, Flakons, Vasen und Deckeldosen in Rot, Blau, Grün und Braun sind typische Formen des Biedermeier, oft mit Facettenschliff und Goldrändern.

Lithyalin zeigt Schlieren, Wolken und Bänder in mehreren Farbtönen, die durch den Schliff besonders lebhaft wirken. Im Durchlicht ist es dunkel oder nur an dünnen Stellen durchscheinend. Facetten sind scharf poliert, Goldränder oft berieben. Echter Stein zeigt dagegen keine Abrissstelle und keine Bläschen, Lithyalin am Boden meist einen ausgeschliffenen Abriss. Spätere Nachahmungen wirken gleichmäßiger und weniger tief gemasert. Unter der Lupe zeigen sich feine Farbschlieren bis in die Facetten hinein.

Lithyalingläser des Biedermeier gehören zu den gesuchten böhmischen Gläsern, besonders mit Zuschreibung an Egermanns Werkstatt. Die Zuordnung ist schwierig, weil andere Raffinerien die Technik übernahmen. Beschädigte Ränder, abgeriebene Vergoldung und Sprünge mindern den Wert erheblich. Signaturen fehlen fast immer, Papieretiketten sind selten erhalten. Vergleichsstücke in Museen, etwa im Glasmuseum Passau, helfen bei der Einordnung.

So prüfen Sie es

  • marmorierte, steinähnliche Oberfläche
  • Schlieren und Bänder in mehreren Farben
  • dunkel im Durchlicht
  • Facettenschliff mit Goldrändern
  • ausgeschliffener Abriss am Boden

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.