Material: Glas
Ätzung
Bearbeitung von Glas mit Flusssäure für Mattierungen, Reliefs und Firmenzeichen, großtechnisch seit der Mitte des 19. Jahrhunderts.
Glas lässt sich mit Flusssäure angreifen. Teile, die erhalten bleiben sollen, werden mit Wachs, Asphaltlack oder Schablonen abgedeckt; die freien Stellen werden matt oder tief geätzt. Bekannt war die Wirkung schon im 17. Jahrhundert, großtechnisch setzte sich die Ätzung ab der Mitte des 19. Jahrhunderts durch, für Dekore auf Gebrauchsglas, Lampenschirme und Fensterscheiben. Die Werkstätten von Gallé und Daum ätzten ihre Kameogläser in mehreren Stufen, viele Firmen ätzten ihre Marken in den Boden.
Ätzungen wirken gleichmäßig matt oder seidig, ohne die kreuzenden Radspuren einer Gravur. Tiefätzungen zeigen sanfte Übergänge und gerundete Kanten. Bei mehrstufig geätzten Kameogläsern entstehen Reliefs in mehreren Höhen. Firmenmarken sind klein, scharf begrenzt und matt. Säureätzung lässt sich von Sandstrahlung schwer unterscheiden; letztere wirkt körniger. Mit dem Finger ist eine flache Ätzung kaum zu spüren. Bei Lampenschirmen bilden geätzte Ornamente oft einen Kontrast zu klaren Feldern.
Geätzte Dekore sind bei Gebrauchsglas wenig wertsteigernd, bei Kameogläsern des Jugendstils dagegen zentral. Geätzte Marken erleichtern die Zuschreibung, werden aber auch nachträglich aufgebracht. Eine zu frische, zu glatte Marke auf einem stark gebrauchten Glas ist ein Warnzeichen. Kameogläser mit vier oder mehr Farbschichten erfordern eine besonders kontrollierte Ätzung und sind entsprechend gesucht.
So prüfen Sie es
- gleichmäßig matte oder seidige Flächen
- keine Radspuren
- gerundete Kanten bei Tiefätzung
- mehrere Reliefstufen bei Kameoglas
- kleine matte Firmenmarken
Ätzung verkaufen: in allen 23 Bezirken
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Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.
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