Antiquitäten WienAnkauf von Kunst und Nachlässen
Antiquitäten Wien

Material: Glas

Goldrubinglas

Mit fein verteiltem Gold rot gefärbtes Glas, im späten 17. Jahrhundert von Johann Kunckel in Potsdam zur Produktionsreife gebracht.

Goldrubinglas erhält seine tiefe, leicht purpurne Rotfärbung durch winzige Goldteilchen, die in der Glasmasse verteilt sind. Erst ein zweites Erwärmen, das sogenannte Anlaufen, lässt die Farbe entstehen. Johann Kunckel brachte das Verfahren um 1680 in Potsdam zur Produktionsreife. Im 18. Jahrhundert entstanden Pokale und Flakons, im Biedermeier böhmische Rubinüberfanggläser, Kelche und Vasen. Billigere Rottöne liefern Kupfer und ab dem späten 19. Jahrhundert Selen, die sich in der Wirkung deutlich unterscheiden.

Gegen das Licht gehalten zeigt Goldrubin ein klares, kühles Rot mit Stich ins Rosa oder Violett. Kupferrubin wirkt bräunlicher und oft streifig, Selenrubin leuchtend orangerot. Häufig liegt nur eine dünne Rubinschicht über farblosem Glas, was an Schliffkanten sichtbar wird. Massive Rubingläser sind gleichmäßig durchgefärbt. Gemalte oder lasierte Rottöne lassen sich an Kratzern erkennen, weil dort farbloses Glas erscheint. Rotes Beizglas zeigt eine bräunlichere Färbung nur an der Oberfläche.

Massives Goldrubinglas des 17. und 18. Jahrhunderts ist selten. Böhmische Rubinüberfanggläser mit Schliff und Gravur aus dem 19. Jahrhundert sind häufiger und werden nach Qualität des Dekors bewertet. Industrielles Rubinglas der Nachkriegszeit hat geringen Wert. Für die Zuordnung ist die Farbe im Durchlicht wichtiger als die Farbe in der Aufsicht.

So prüfen Sie es

  • kühles, rosa- bis violettstichiges Rot im Durchlicht
  • dünne Rubinschicht an Schliffkanten
  • bräunlicher Ton bei Kupferrubin
  • orangeroter Ton bei Selenrubin
  • Kratzer zeigen farbloses Glas bei Lasur

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.