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Material: Glas

Irisierendes Glas

Glas mit regenbogenartig schimmernder Metallschicht, um 1900 berühmt durch Johann Lötz Witwe und Tiffany.

Irisierendes Glas erhält seinen schillernden Glanz durch eine hauchdünne Schicht aus Metallverbindungen, die auf das heiße Glas aufgedampft oder aufgesprüht wird. Vorbild war die Verwitterungsschicht antiker römischer Gläser aus Grabfunden. Um 1900 entwickelten Johann Lötz Witwe in Klostermühle mit den Phänomen-Gläsern und Louis Comfort Tiffany in New York mit dem Favrile-Glas eigene Varianten. Pallme-König und Wilhelm Kralik Sohn fertigten zeitgleich ähnliche Ware für den internationalen Markt.

Die Oberfläche schimmert je nach Blickwinkel in Gold, Blau, Violett und Grün. Bei Loetz sind Fadenmuster oft gekämmt, der Abriss ist meist sauber ausgeschliffen. Signaturen wie „Loetz Austria“ sind graviert, viele Stücke aber unsigniert. Tiffany-Gläser tragen oft eine eingravierte Signatur mit Nummer. Moderne Nachahmungen zeigen eine gleichmäßigere, glatte Irisierung und nachträglich eingeritzte Signaturen ohne Abnutzung. Unter der Lupe zeigt sich die Irisschicht als hauchdünner Film, der an Kratzern unterbrochen ist.

Irisierende Gläser von Loetz, Tiffany und anderen böhmischen Hütten der Zeit um 1900 sind gesucht; Dekor, Form und Zustand entscheiden. Zuschreibungen stützen sich auf Musterbücher mit Dekornummern. Seit Jahrzehnten kursieren Fälschungen mit falscher Signatur, und Kratzer in der Irisierung mindern den Wert.

So prüfen Sie es

  • schillernde Metallschicht
  • gekämmte Fadenmuster bei Loetz
  • gravierte Signatur „Loetz Austria“
  • sauber ausgeschliffener Abriss
  • gleichmäßige Irisierung bei Nachahmungen

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.