Manufaktur: Glas & Kristall
Riedel
Kufstein (Tirol), zuvor Nordböhmen, Familienbetrieb seit dem 18. Jahrhundert, in Kufstein seit 1956
Glasmacherfamilie aus dem Isergebirge, seit 1956 in Kufstein; entwickelte Weingläser, deren Form sich nach der Rebsorte richtet.
Die Familie Riedel betrieb ab dem 18. Jahrhundert Glashütten in Nordböhmen, im 19. Jahrhundert vor allem im Isergebirge. Josef Riedel benannte die Uranglasfarben Annagrün und Annagelb nach seiner Frau Anna. Nach 1945 verlor die Familie ihren Besitz. Walter Riedel und sein Sohn Claus Josef übernahmen 1956 mit Unterstützung der Familie Swarovski die Tiroler Glashütte in Kufstein. 2004 kamen Nachtmann und Spiegelau hinzu.
Claus Josef Riedel entwarf ab 1958 dünnwandige, unverzierte Kelchgläser, deren Kelchform auf bestimmte Weine abgestimmt ist. 1973 erschien die mundgeblasene Serie Sommeliers, 1986 die maschinell gefertigte Linie Vinum. Georg und Maximilian Riedel führten das Konzept mit Serien wie dem stiellosen O fort. Aus der böhmischen Zeit stammen Uranglas, Farbglas, Glasperlen und Lusterbehänge. Die Kelchformen wurden in Verkostungen mit Winzern und Sommeliers abgestimmt.
Gläser aus Kufstein tragen am Fuß meist den geätzten Schriftzug „Riedel“, oft mit „Austria“, und kamen mit Etiketten und Kartons in den Handel. Mundgeblasene Sommeliers-Gläser zeigen leichte Unregelmäßigkeiten am Stiel und keine Pressnaht; Vinum-Gläser sind maschinell gleichförmig. Böhmisches Riedel-Glas des 19. Jahrhunderts ist ungemarkt; Uranglas fluoresziert unter UV-Licht grün. Vor 1956 in Böhmen entstandene Lusterbehänge und Perlen lassen sich ohne Unterlagen kaum der Familie zuordnen.
Entwerfer & Personen
- Josef Riedel
- Walter Riedel
- Claus Josef Riedel
- Georg Riedel
- Maximilian Riedel
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Ebenfalls: Glas & Kristall
- Baccaratseit 1764
- Barovier & TosoFamilie Barovier seit dem Mittelalter, Firmenname seit 1942
- Bimini1923–1938
- Carl Goldbergspätes 19. Jahrhundert bis 1940er-Jahre
- Cristal LaliqueGlas seit etwa 1908
- Cristallerie Daumseit 1878
- Cristallerie Schneider1913 bis um 1981
- E. Bakalowits & Söhne19. Jahrhundert bis 20. Jahrhundert
- Établissements Galléum 1873–1936
- Fachschule Haidaseit 1870
- Fachschule Steinschönauseit 1856
- Fritz Heckert1866–1923, danach Jo-He-Ky
- Graf Harrach'sche Glashütteseit 1712
- Holmegaardseit 1825
- Iittalaseit 1881
- Johann Lötz Witwe1851–1947
- Johann Oertel & Co.seit 1869
- Josephinenhütteseit 1842
- Kosta BodaKosta seit 1742, Kosta Boda seit 1976
- J. & L. Lobmeyrseit 1823
- Ludwig Moser & Söhneseit 1857
- Meyr's Neffe19. Jahrhundert bis 1922
- Nachtmannseit 1834
- Orreforsseit 1898
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