Manufaktur: Porzellan
Volkstedt
Volkstedt bei Rudolstadt (Thüringen), seit 1760
Thüringer Porzellanmanufaktur bei Rudolstadt, 1760 von Georg Heinrich Macheleid gegründet; Figuren, Spitzenfiguren und Rokokoporzellan.
Georg Heinrich Macheleid, einer der Wiederentdecker des Porzellans in Thüringen, gründete um 1760 mit Erlaubnis des Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt in Volkstedt eine Manufaktur. Unter wechselnden Pächtern wuchs der Betrieb und wurde zur Keimzelle eines ganzen Porzellanortes: Im 19. Jahrhundert entstanden in Rudolstadt-Volkstedt zahlreiche weitere Fabriken und Malereien, die vor allem Figuren erzeugten. Die alte Manufaktur führt den Namen Aelteste Volkstedter Porzellanmanufaktur.
Im 18. Jahrhundert fertigte Volkstedt Geschirr mit Reliefmustern und Blumenmalerei sowie Figuren im Stil des Rokoko. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert dominierten Figuren und Gruppen in historischen Kostümen, Tänzerinnen mit Porzellanspitze, Tierfiguren, Leuchter und Ziervasen mit aufgelegten Blüten. Viele dieser Arbeiten folgen Meissner Vorbildern und wurden für den Export nach England und Amerika produziert. Für Vitrinen entstanden zudem Miniaturfiguren und Tierminiaturen.
Die frühe Marke ist eine Gabel aus dem Schwarzburger Wappen, später traten gekreuzte Gabeln auf, die den Meissner Schwertern ähneln und deshalb immer wieder für Verwechslungen sorgen. Spätere Fabriken des Ortes verwendeten eigene Marken, oft mit Krone, Buchstaben oder dem Schriftzug „Volkstedt“. Für Spitzenfiguren gilt: Abgebrochene Spitzenränder und Finger sind häufig, Restaurierungen an der matteren Oberfläche erkennbar. Modellnummern sind meist eingeprägt.
Entwerfer & Personen
- Georg Heinrich Macheleid
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Sparten
Ebenfalls: Porzellan
- Arzbergseit 1887
- Bing & Grøndahl1853–1987, danach Teil von Royal Copenhagen
- Capodimonte1743–1759, Nachfolge 1771–1806
- Carl Thieme Potschappelseit 1872
- Elbogenseit 1815
- EPIAG1918/1920–1945
- Ernst Wahlissum 1863–1920er-Jahre
- Frankenthal1755–1800
- Fraureuth1866–1926
- Fürstenbergseit 1747
- Ginoriseit 1737
- Goebelseit 1871
- Haas & Czjzek19. Jahrhundert bis 1945, Marke später wieder aufgenommen
- Havilandseit 1842
- Herendseit 1826
- Gebrüder Heubachseit 1840 (Firmenname), bis Mitte 20. Jahrhundert
- Höchst1746–1796, Neugründung 1946
- Hutschenreutherseit 1814
- Josef Böck19. Jahrhundert bis 20. Jahrhundert
- Klösterleseit 1794
- KPM Berlinseit 1763
- Lilien Porzellan20. Jahrhundert
- Lladróseit 1953
- Ludwigsburg1758–1824, Neugründung 1948
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