Künstler: Architektur der Wiener Moderne
Ludwig Baumann
Architekt, 1853–1936, Seibersdorf bei Troppau – Wien
Architekt des Kriegsministeriums am Stubenring, des Konzerthauses mit Fellner & Helmer und der Konsularakademie; Bauleiter der Neuen Burg ab 1907.
Ludwig Baumann studierte 1870–1874 am Polytechnikum in Zürich, wo ihn Gottfried Semper beeinflusste. Er arbeitete für die Wienerberger Ziegelfabriks- und Bau-Gesellschaft und für Viktor Rumpelmayer, ab 1882 in Partnerschaft mit Emil Bressler. Gefördert von Erzherzog Franz Ferdinand, folgte er 1907 Friedrich Ohmann als Bauleiter der Neuen Burg. 1904 gründete er mit Hermann Helmer die Zentralvereinigung der Architekten. Ein Busunfall 1929 fesselte ihn an den Rollstuhl; er starb 1936 in Wien.
In Wien baute er die Akademie für Orientalische Sprachen, später Konsularakademie (1902), den Weiskirchner-Trakt des Museums für Kunst und Industrie (1906–1909), das Kriegsministerium am Stubenring (1909–1913) als letzten Monumentalbau der Ringstraße, den Festsaaltrakt der Hofburg (ab 1910) und mit Fellner & Helmer das Konzerthaus samt Akademietheater (1911–1913). Für die Pariser Weltausstellung 1900 entwarf er das Österreichische Reichshaus, in Berndorf Schulen und Kirche für Arthur Krupp.
Im Handel begegnen Baumanns Werke über Pläne, Ansichtskarten, Festschriften und das gemeinsam mit Bressler und Ohmann herausgegebene Tafelwerk „Barock“ (1886). Ausstattungsteile aus dem Kriegsministerium oder der Hofburg sind Staatsbesitz; Stücke mit solcher Herkunft brauchen einen Nachweis über Ausscheidung oder Verkauf. Seine Autobiografie „Mein Lebenslauf und meine Tätigkeit“ (1931) ist eine gesuchte Quelle.
Epochen & Stile
Ludwig Baumann verkaufen: in allen 23 Bezirken
Gold markiert sind Bezirke mit belegtem Bezug.
Innere Stadt
Kriegsministerium am Stubenring (1909–1913), Weiskirchner-Trakt des MAK (1906–1909), Festsaaltrakt der Hofburg (ab 1910).
Landstraße
Konzerthaus und Akademietheater an der Lothringerstraße (1911–1913, mit Fellner & Helmer).
Alsergrund
Konsularakademie in der Boltzmanngasse (1902), heute Botschaft der Vereinigten Staaten.
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