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Künstler: Internationale Moderne

James Ensor

Maler, Radierer, 1860–1949, Ostende – Brüssel – Ostende

Belgischer Maler der Masken und Skelette aus Ostende; seine Radierungen von den 1880er Jahren bis nach 1900 sind die zugänglichste Werkgruppe.

James Ensor, Sohn eines Engländers und einer Belgierin, verbrachte fast sein ganzes Leben in Ostende, wo seine Familie einen Laden mit Muscheln, Masken und Souvenirs für Badegäste führte. Er studierte an der Brüsseler Akademie und gehörte 1883 zu den Gründern der Künstlergruppe „Les XX“, die seine Bilder später teils zurückwies. 1929 wurde er in den Baronsstand erhoben. Er starb 1949 in Ostende; sein Wohnhaus ist heute als Ensorhaus zugänglich.

Ensors Hauptwerk „Der Einzug Christi in Brüssel im Jahre 1889“ (1888/89, J. Paul Getty Museum) zeigt eine grelle Maskenmenge. Masken, Skelette, Karneval, Meeresansichten und religiöse Szenen bestimmen das Werk. Als Radierer schuf er rund 130 Blätter, die meisten zwischen 1886 und 1904, mit feiner, nervöser Linie und dichten Menschenmengen. Manche Abzüge kolorierte er von Hand mit Aquarell oder Farbstift, was jedes Exemplar verändert.

Ensors Radierungen verzeichneten Auguste Taevernier und später Jerrold Elesh. Viele Platten wurden mehrfach gedruckt, auch nach Ensors aktivster Phase; Papier, Signatur und Zustand unterscheiden frühe von späten Abzügen. Handkolorierte Exemplare sind von gedruckten Farbfassungen zu trennen. Gemälde stammen meist aus belgischem Besitz; Fälschungen kleiner Masken- und Strandbilder sind bekannt. Das Ensorhaus in Ostende und das Königliche Museum der Schönen Künste in Antwerpen bieten Vergleich.

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