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Künstler: Internationale Moderne

Heinrich Campendonk

Maler, Grafiker, Glasmaler, 1889–1957, Krefeld – Seeshaupt – Amsterdam

Jüngster Maler des Blauen Reiter; Holzschnitte, Hinterglasbilder und Glasfenster – und Opfer eines spektakulären Fälschungsfalls.

Heinrich Campendonk studierte an der Krefelder Kunstgewerbeschule bei Jan Thorn Prikker. 1911 holte ihn Franz Marc nach Sindelsdorf, er stellte mit dem Blauen Reiter aus. Nach dem Krieg lebte er in Seeshaupt am Starnberger See. 1926 wurde er Professor an der Düsseldorfer Akademie, 1933 entlassen. Er emigrierte über Belgien in die Niederlande und lehrte ab 1935 an der Rijksakademie in Amsterdam, wo er 1957 starb.

Campendonks Bilder zeigen Tiere, Menschen und Dorfmotive in traumhaft verschachtelten, farbigen Flächen. Er schnitt zahlreiche Holzschnitte, oft mit märchenhaften Tier- und Figurenmotiven, und malte Hinterglasbilder nach bayerischem Vorbild. In den Niederlanden entwarf er vor allem Glasfenster für Kirchen und öffentliche Bauten. Die Holzschnitte erschienen auch in Zeitschriften wie „Der Sturm“. Sein Krefelder Lehrer Thorn Prikker war selbst Glasmaler und prägte diese Seite seines Werks.

Der Fälscher Wolfgang Beltracchi brachte unter anderem ein „Rotes Bild mit Pferden“ als angeblichen Campendonk in den Handel; der Fall führte 2011 zu einer Verurteilung und zeigte die Grenzen von Expertisen ohne naturwissenschaftliche Prüfung. Gemälde sind über das Werkverzeichnis von Andrea Firmenich zu prüfen. Holzschnitte sind auf Bleistiftsignatur und Druckbild zu prüfen; Zeitschriftendrucke sind kleiner und haben Text auf der Rückseite.

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