Antiquitäten WienAnkauf von Kunst und Nachlässen
Antiquitäten Wien

Epoche

Geometrischer Jugendstil

Stilrichtung, um 1900–1915

Wiener Sonderweg des Jugendstils mit Quadrat, Raster und Schwarz-Weiß – von Hoffmann, Moser und dem späten Wagner geprägt.

Nach 1900 wandten sich Wiener Architekten und Entwerfer vom floralen Ornament ab. Anregungen kamen aus Glasgow von Mackintosh und aus der Arts-and-Crafts-Bewegung. Josef Hoffmann, wegen seiner Vorliebe für das Quadrat „Quadratl-Hoffmann“ genannt, und Koloman Moser entwickelten an der Kunstgewerbeschule und ab 1903 in der Wiener Werkstätte eine strenge Formensprache. Otto Wagner reduzierte sein Ornament in den Bauten nach 1903. Die Kunstschau 1908 zeigte die Richtung auf ihrem Höhepunkt.

Leitformen sind Quadrat, Rechteck, Kreis und Gitterraster, oft als durchbrochenes Metall oder als Lattenwerk. Schwarz-Weiß-Kontraste und Schachbrettmuster ersetzen die Farbe. Möbel sind kubisch, weiß lackiert oder schwarz gebeizt, mit Perlmutt- oder Elfenbeinintarsien und Messingschuhen. Silber und Alpaka erscheinen in glatten Flächen mit Gitterdurchbrüchen. Aluminium und Glas treten in der Architektur auf. Kugeln als Abstandhalter und Füße, etwa bei Bugholzmöbeln von Kohn, sind charakteristisch. Hoffmanns Sitzmaschine für Kohn hat eine verstellbare Rückenlehne.

Wagners Postsparkasse mit Aluminiumnieten und der Kirche am Steinhof, Hoffmanns Häuser auf der Hohen Warte und die Villa Skywa-Primavesi in Hietzing sind Hauptwerke. Wagner wohnte zuletzt im eigenen Haus Döblergasse 4. Das MAK bewahrt Möbel und Metallarbeiten dieser Jahre. Im Handel sind Gitterkörbe aus Metall, Sitzmöbel von Kohn nach Hoffmann, Silber und Möbel mit Würfelmuster gefragt. Hoffmanns Sanatorium in Purkersdorf von 1904 liegt knapp außerhalb der Stadtgrenze.

Gitterobjekte aus weiß lackiertem Eisenblech wurden später in großer Zahl nachgefertigt; Originale tragen eingeschlagene Werkstattmarken und zeigen Altersspuren an Lack und Rost. Kohn-Möbel haben Brandstempel und Papieretiketten, Thonet-Varianten eigene Marken. Elfenbeinintarsien unterliegen den EU-Beschränkungen; ein Ankauf setzt Nachweise voraus. Silber der Zeit trägt den Dianakopf als Feingehaltspunze und Werkstattmarken. Werkverzeichnisse helfen bei der Zuordnung.

Woran man es erkennt

  • Quadrat, Rechteck und Gitterraster
  • Schwarz-Weiß-Kontraste und Schachbrett
  • kubische, weiß lackierte Möbel
  • Kugeln als Füße und Abstandhalter
  • durchbrochene Metallgitter
  • Aluminium in der Architektur
  • Perlmutt- und Elfenbeinintarsien
  • glatte Silberflächen

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