Kaukasus, Karabagh und Südkaukasus
Verneh
Kaukasisches Flachgewebe in Zusatzschuss-Technik, meist in Felder gegliedert, mit stilisierten Tieren wie Drachen, Vögeln und Kamelen.
Verneh ist eine Handelsbezeichnung für Flachgewebe aus dem Süden des Kaukasus, besonders aus Karabagh und den angrenzenden Gebieten Aserbaidschans. Die Stücke entstanden überwiegend im 19. Jahrhundert und dienten als Decken, Wandbehänge und Bodenbelag. Im Kaukasus selbst ist der Name nicht eindeutig belegt; Händler und Sammler verwenden ihn für einen bestimmten Typ mit Tiermotiven in Feldern.
Verneh-Gewebe verbinden einen glatten Grund in Leinwandbindung mit Zusatzschüssen, die das Muster bilden; teils ist die Technik dem Sumakh verwandt. Kennzeichnend ist eine Gliederung in quadratische oder rechteckige Felder mit stilisierten Drachen, Vögeln, Kamelen oder Pferden. Die Farben sind kräftig: Rot, Blau, Gelb, Elfenbein und Braun. Häufig wurden die Stücke aus zwei Bahnen gewebt und in der Mitte vernäht; übliche Größen liegen um 1,5 × 2 m.
Antike Verneh sind bei Sammlern kaukasischer Flachgewebe gefragt. Typische Schäden sind Löcher durch gerissene Zusatzschüsse, Mottenfraß und gelöste Mittelnähte; häufig fehlen Kantenstreifen. Stücke mit gut lesbaren Tierfiguren und Pflanzenfarben finden mehr Interesse als Exemplare mit stark abgebauten Feldern. Nachwebungen aus jüngerer Zeit zeigen meist eine gleichmäßigere, maschinell gesponnene Wolle.
Woran man es erkennt
- Flachgewebe ohne Flor
- Felder mit stilisierten Tieren
- Zusatzschuss-Technik auf glattem Grund
- Oft aus zwei Bahnen vernäht
- Kräftiges Rot, Blau und Gelb
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