Kaukasus, Süd-Dagestan und Nord-Aserbaidschan
Lesghi
Teppiche aus dem Gebiet der Lesgier im Süden Dagestans und Norden Aserbaidschans, kenntlich am großen achtzackigen Lesghi-Stern.
Die Lesgier sind ein Volk im Süden Dagestans und im Norden der Republik Aserbaidschan. Im Teppichhandel bezeichnet Lesghi Teppiche aus deren Siedlungsgebiet und den benachbarten Kuba- und Schirwan-Gebieten, die ein bestimmtes Motiv tragen: den Lesghi-Stern. Dass alle so benannten Stücke tatsächlich von Lesgiern stammen, ist nicht belegt; der Name ist eher eine Musterbezeichnung als eine gesicherte Herkunftsangabe.
Der Lesghi-Stern ist ein großes, achtzackiges Motiv mit gestuften Armen und kreuzförmigem Zentrum, meist in zwei oder drei Exemplaren übereinander im Feld, auf dunkelblauem, rotem oder elfenbeinfarbenem Grund. Kleine Füllmotive umgeben die Sterne. Die Teppiche haben eine Wollkette, einen kurzen bis mittellangen Flor und den symmetrischen Knoten, mit etwa 100.000 bis 200.000 Knoten/m². Häufige Formate sind Brücken um 1,2 × 1,8 m.
Lesghi-Teppiche des späten 19. Jahrhunderts sind gefragt, wenn die Sterne klar gezeichnet und die Farben pflanzlich sind. Häufige Mängel sind abgelaufener Flor, gelöste Kanten und verkürzte Enden. Das Motiv wurde in sowjetischer Zeit und in Werkstätten außerhalb des Kaukasus vielfach nachgeknüpft; diese Stücke haben oft eine Baumwollkette, die an den Fransen sofort erkennbar ist.
Woran man es erkennt
- Großer, achtzackiger Lesghi-Stern
- Zwei bis drei Sterne übereinander
- Dunkelblauer, roter oder heller Grund
- Wollkette, symmetrischer Knoten
- Brückenformate
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