Kaukasus, Kuba-Region, Aserbaidschan
Seichur
Dorf in der Kuba-Region; Seichur-Teppiche zeigen Andreaskreuze, Rosetten nach russischem Vorbild und die Bordüre des Laufenden Hundes.
Seichur ist ein Dorf im Norden der Kuba-Region in Aserbaidschan. Die nach ihm benannte Gruppe gehört zu den bekanntesten kaukasischen Teppichtypen des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Ihre Rosetten werden auf den Einfluss russischer und westeuropäischer Textilmuster zurückgeführt, die über den Handel in die Region gelangten; die Bezeichnung Seichur-Rose ist verbreitet. Die meisten Stücke im Handel stammen aus der Zeit zwischen etwa 1880 und 1920.
Seichur-Teppiche haben eine Wollkette, einen Woll- oder Baumwollschuss und einen kurzen, dichten Flor, symmetrisch geknüpft mit etwa 150.000 bis 250.000 Knoten/m². Kennzeichnend sind große Andreaskreuze, also diagonal gekreuzte Balken, auf dunkelblauem Grund, umgeben von Rosetten. Eine Variante zeigt Reihen von Rosen nach russischem Vorbild. Die Bordüre trägt häufig den Laufenden Hund, ein hakenförmiges Wellenband. Üblich sind Brücken und Läufer.
Seichur gehören zu den gefragten Kuba-Untergruppen; Stücke mit klarer Zeichnung, Pflanzenfarben und vollständigen Bordüren finden das stärkste Interesse. Der kurze Flor läuft früh ab, sodass gut erhaltene Exemplare selten sind. Häufig sind abgelaufene Mittelfelder, verkürzte Enden und erneuerte Kanten. Spätere Fassungen des Musters aus sowjetischer Zeit wirken in den Farben härter und in der Zeichnung schematisch.
Woran man es erkennt
- Große Andreaskreuze auf dunkelblauem Grund
- Rosetten und Rosen nach russischem Vorbild
- Bordüre mit dem Laufenden Hund
- Kurzer, dichter Flor
- Brücken und Läufer
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