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Muster & Motive, Persien, Kaukasus, Indien

Boteh

Tropfenförmiges Motiv mit gebogener Spitze, im Englischen als Paisley bekannt; verbreitet von Persien über den Kaukasus bis Indien.

Boteh ist persisch und bedeutet Busch oder Blütenstrauch. Das Motiv, eine Tropfenform mit gebogener Spitze, ist in Persien seit dem 17. Jahrhundert auf Textilien und Teppichen verbreitet. Über die Kaschmirschals gelangte es im 18. und 19. Jahrhundert nach Europa; nach der schottischen Stadt Paisley, deren Webereien die Schals nachahmten, heißt es im Englischen Paisley. Die Deutung als Flamme, Zypresse oder Mandel ist nicht gesichert.

Boteh erscheinen als Reihenmuster über das ganze Feld, als Füllung von Medaillons oder einzeln in Bordüren; die Richtung wechselt häufig von Reihe zu Reihe. Die Ausführung reicht von fein gezeichneten Boteh mit Blüten im Inneren, etwa in Kerman und Senneh, über kleine, dicht gereihte Mir-Boteh in Seraband bis zu großen, geometrisierten Formen in Chila, Gendje und bei den Kaschkai. Auch Indien und Kaschmir verwenden das Motiv.

Als Kennzeichen einer Herkunft taugt das Boteh nur im Zusammenspiel mit Aufbau und Farbe. Seraband mit kleinen Mir-Boteh, Chila mit großen Boteh-Reihen und Kerman mit Schalmustern sind die bekanntesten Typen. Für die Bewertung zählen Zeichnungsqualität, Pflanzenfarben und Zustand. In kleinteiligen Boteh-Feldern fallen abgelaufene Stellen und Flicken auf, weil sich der Rapport unterbricht.

Woran man es erkennt

  • Tropfenform mit gebogener Spitze
  • Reihen mit wechselnder Richtung
  • Im Englischen Paisley genannt
  • Mir-Boteh in Seraband
  • Große Boteh in Chila und Gendje

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