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Muster & Motive, Kairo, Ägypten

Mamluken-Teppiche

Teppiche aus Kairo unter den Mamluken um 1500, mit zentralen Achtecken, vielen kleinen Ornamenten und den Farben Kirschrot, Hellgrün und Blau.

Mamluken-Teppiche entstanden im späten 15. und frühen 16. Jahrhundert in Kairo, der Hauptstadt des Mamlukensultanats, das 1517 von den Osmanen erobert wurde. Sie gehören zu den frühesten in größerer Zahl erhaltenen Teppichgruppen. Nach der osmanischen Eroberung setzten die Kairoer Werkstätten die Produktion fort, nun mit osmanischen Blüten- und Rankenmustern. Erhaltene Stücke befinden sich in Museen in Europa und Amerika.

Mamluken-Teppiche haben Kette, Schuss und Flor aus Wolle und sind mit dem asymmetrischen Knoten geknüpft. Eine Besonderheit ist die Spinnrichtung: Die Wolle ist S-gedreht, während in Anatolien und Persien die Z-Drehung vorherrscht. Kennzeichnend ist ein zentrales Achteck oder Sternmedaillon, umgeben von einer Fülle kleiner geometrischer Ornamente, Schirmblätter und Papyrusstauden, in Kirschrot, Hellgrün und Hellblau, selten mit Gelb.

Mamluken-Teppiche kommen kaum in den Handel; Fragmente erscheinen gelegentlich bei Auktionen. Ihre Bestimmung beruht auf Spinnrichtung, Knoten, Farbstoffen und Ornamentik. Im 19. und 20. Jahrhundert wurden Mamluken-Muster in Ägypten, Europa und Asien nachgeknüpft; diese Stücke unterscheiden sich durch Z-gedrehte Wolle, synthetische Farben und eine glattere Zeichnung. Schäden an Originalen betreffen meist fehlende Partien und abgelaufenen Flor.

Woran man es erkennt

  • Zentrales Achteck mit vielen kleinen Ornamenten
  • Kirschrot, Hellgrün und Hellblau
  • S-gedrehte Wolle
  • Asymmetrischer Knoten
  • Kairo um 1500

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