Antiquitäten WienAnkauf von Kunst und Nachlässen
Antiquitäten Wien

Persien – Stadt & Manufaktur, Provinz Kerman, Iran

Kerman

Südostiranische Stadt mit Knüpftradition seit der Safawidenzeit; bekannt für Vasenteppiche, Lavar-Kerman und pastellfarbene Exportstücke.

Kerman gilt als Herkunftsort der Vasenteppiche des 17. Jahrhunderts und war im 19. Jahrhundert ein Zentrum der Schalweberei. Als die Schalproduktion zurückging, stellten die Werkstätten auf Teppiche für den westlichen Markt um. Die als Lavar-Kerman gehandelten feinen Stücke um 1900 tragen den Namen des Ortes Ravar nördlich der Stadt. In den 1920er und 1930er Jahren entstanden für Käufer in den USA helle, pastellfarbene Kerman mit offenem Feld.

Kerman-Teppiche haben eine Baumwollkette mit abgesenkten Kettfäden, mehrere Schussfäden pro Knotenreihe und den asymmetrischen Knoten. Die Knotendichte liegt meist zwischen 250.000 und 500.000 Knoten/m². Das Farbspektrum ist für persische Verhältnisse breit: Rosa, Hellblau, Creme und Grüntöne stehen neben Rot und Dunkelblau. Häufig sind Medaillons mit Blumenkränzen, Vasen, Lebensbäume, Bildteppiche nach europäischen Vorlagen und französisch beeinflusste Rosenranken; die Formate reichen bis zum Saalteppich.

Kerman-Wolle ist weich und nutzt sich an Laufstellen schneller ab als die Wolle Nordwestpersiens. Antike Lavar-Kerman zeigen eine dichte, gleichmäßige Rückseite und gedämpfte Farben; spätere Exportware ist oft chemisch gewaschen. Typische Schäden sind abgetretene Mittelfelder, Mottenfraß in den hellen Partien und ausgeblichene Rosatöne. Erhaltener Flor, originale Kanten und eine Signatur aus Ravar sprechen für ein frühes, gefragtes Stück.

Woran man es erkennt

  • Weiche, glänzende Wolle mit breiter Farbskala
  • Medaillon mit Blumenkranz auf offenem Feld
  • Abgesenkte Kettfäden, mehrere Schüsse je Reihe
  • Pastelltöne bei Exportstücken der 1920er und 1930er Jahre
  • Signatur Lavar oder Ravar bei frühen Feinstücken
  • Bild- und Lebensbaumteppiche

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.