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Muster & Motive, Islamische Teppichregionen

Mihrab

Gebetsnische der Moschee, im Teppich als spitzer, gestufter oder runder Bogen am oberen Feldende; Kennzeichen des Gebetsteppichs.

Der Mihrab ist die Nische in der Moschee, die die Gebetsrichtung nach Mekka anzeigt. Im Teppich erscheint er als Bogen am oberen Ende des Feldes und macht das Stück zum Gebetsteppich: Der Betende kniet mit dem Gesicht zur Nische. Gebetsteppiche mit Mihrab sind seit dem 15. und 16. Jahrhundert belegt und wurden in Anatolien, im Kaukasus, in Persien und Zentralasien geknüpft.

Die Form des Mihrab ist regional verschieden: In Gördes und Kula steht er auf Säulen mit geradem oder abgetrepptem Giebel, in Ladik und Mudjur ist er gestuft, in Milas rautenförmig zugespitzt, im Kaukasus oft klein und eckig über einem gemusterten Feld. Persische Gebetsteppiche zeigen runde oder spitze Bögen mit Lampen, Vasen oder Lebensbäumen. Häufig sind Ampeln, Kämme, Krüge oder Handabdrücke eingeknüpft, die auf das Gebet verweisen.

Ein Mihrab bestimmt ein Stück eindeutig als Gebetsteppich, sagt über Herkunft und Alter aber nur im Zusammenspiel mit Form, Aufbau und Farbe etwas aus. Saf-Teppiche mit mehreren Nischen nebeneinander waren für Moscheen bestimmt. Bei Gebetsteppichen sitzt die Abnutzung typischerweise im unteren Feld und an den Stellen für Knie und Hände. Nachgeknüpfte Mihrab-Formen sind in Werkstattware häufig.

Woran man es erkennt

  • Bogen oder Nische am oberen Feldende
  • Säulen, Stufen oder Spitzbogen je nach Region
  • Ampeln, Kämme oder Krüge im Feld
  • Saf: mehrere Nischen nebeneinander
  • Abnutzung im unteren Feld

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