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Persien – Stadt & Manufaktur, Provinz Kurdistan, Iran

Senneh

Kurdische Stadt Sanandaj; ihre dünnen, sehr fein geknüpften Teppiche und Kelims tragen kleinteilige Herati- und Boteh-Muster.

Senneh ist der alte Name von Sanandaj, dem Hauptort der iranischen Provinz Kurdistan. Im 18. und 19. Jahrhundert entstanden hier für die Höfe der kurdischen Fürsten und für den Handel sehr feine Teppiche und Kelims. Paradoxerweise heißt der asymmetrische Knoten im westlichen Sprachgebrauch Senneh-Knoten, obwohl die Knüpfer in Senneh selbst überwiegend den symmetrischen Knoten verwenden.

Senneh-Teppiche sind dünn und biegsam, mit sehr kurzem Flor und einem einzigen Schuss zwischen den Knotenreihen; die Rückseite fühlt sich körnig an, ähnlich feinem Schleifpapier. Die Kette besteht meist aus Baumwolle, bei frühen Stücken mitunter aus mehrfarbig gefärbter Seide. Gezählt werden etwa 200.000 bis 500.000 Knoten/m². Typisch sind kleinteilige Herati- und Boteh-Muster, ein rautenförmiges Medaillon und Formate bis etwa 1,5 × 2 m. Die Senneh-Kelims zählen zu den feinsten Flachgeweben Persiens.

Antike Senneh aus dem 19. Jahrhundert sind gefragt, ihr dünner Aufbau macht sie jedoch anfällig: Flor und Knoten laufen schnell bis auf die Kette ab, Knickfalten führen zu Brüchen. Eine mehrfarbige Seidenkette weist auf ein frühes Stück hin. Arbeiten aus der Zeit nach 1930 sind gröber und zeigen oft synthetische Farben. Vollständige Kelims ohne Löcher und Teppiche mit erhaltenem Kantenabschluss sind selten.

Woran man es erkennt

  • Dünn, biegsam, körnige Rückseite
  • Ein Schuss zwischen den Knotenreihen
  • Symmetrischer Knoten trotz des Namens Senneh-Knoten
  • Kleinteiliges Herati- oder Boteh-Muster
  • Rautenmedaillon mit Eckzwickeln
  • Bei frühen Stücken mehrfarbige Seidenkette

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