Muster & Motive, Persien und Kaukasus
Afschan
Streumuster aus Blüten, Palmetten und gezackten Blättern, frei über das Feld verteilt; besonders aus Chila und Persien bekannt.
Afschan, persisch für streuen, bezeichnet ein Feldmuster, bei dem Blüten, Palmetten und Blätter scheinbar frei über den Grund verteilt sind. Vorbilder liegen in persischen Teppichen des 16. und 17. Jahrhunderts, in denen Ranken mit Blüten das Feld überziehen. Im Kaukasus wurde das Muster im 19. Jahrhundert vor allem in Chila auf der Halbinsel Abşeron und in Kuba aufgegriffen und stark geometrisiert.
Ein Afschan-Feld besteht aus gestreuten, oft kreuzförmig angeordneten Blüten, Palmetten, gezackten Lanzettblättern und kleinen Ranken, ohne zentrales Medaillon. In der kaukasischen Fassung sind die Formen stark vereinfacht: Gezackte Blätter erscheinen als Hakenformen, Palmetten als gestufte Kreuze. Häufig ist der Grund dunkelblau, die Motive sind rot, weiß, gelb und hellblau. Das Muster füllt Läufer ebenso wie Brücken und Langformate.
Kaukasische Teppiche mit Afschan-Muster, vor allem aus der Zeit vor 1900, sind gefragt, wenn das Streumuster klar gezeichnet und die Farben pflanzlich sind. Weil das Muster ohne Rahmen das Feld füllt, wirken Flicken und abgelaufene Stellen besonders störend. Im 20. Jahrhundert wurde das Afschan-Muster in Iran und in sowjetischen Kombinaten nachgeknüpft; solche Stücke wirken steifer und zeigen härteres Rot.
Woran man es erkennt
- Gestreute Blüten und Palmetten
- Gezackte Lanzettblätter
- Kein Zentralmedaillon
- Oft dunkelblauer Grund
- Typisch für Chila und Kuba
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