Material: Keramik & Porzellan
Sgraffito
Kratztechnik, bei der eine farbige Engobeschicht teilweise abgetragen wird, sodass der andersfarbige Untergrund als Zeichnung erscheint.
Beim Sgraffito wird der Scherben mit einer andersfarbigen Engobe überzogen. Vor dem Brand ritzt oder kratzt der Töpfer Linien und Flächen heraus, sodass der Untergrund sichtbar wird. Die Technik war in der byzantinischen und italienischen Keramik verbreitet und prägt viele Volkskeramiken Mitteleuropas. Im Alpenraum und in Ungarn zeigen Schüsseln, Krüge und Teller Sgraffito mit Blumen, Tieren und Inschriften. Auch Keramikerinnen und Keramiker des 20. Jahrhunderts griffen die Technik für Studiokeramik auf.
Sgraffito-Linien sind leicht vertieft und mit dem Finger fühlbar. Die Ränder der Ritzungen sind scharf oder leicht ausgefranst, je nach Werkzeug und Feuchtigkeit des Tons. Unter der Glasur zeigen sich zwei klar getrennte Farbschichten. Gemalte Imitationen besitzen keine vertieften Linien. Bei Sgraffito an Fassaden handelt es sich um eine verwandte Putztechnik, die in der Renaissance an Bürgerhäusern und Schlössern verbreitet war.
Datierte Volkskeramik mit Sgraffito und Arbeiten bekannter Keramiker sind gesucht. Abplatzungen der Engobe und Glasurfehler mindern den Wert. Moderne Souvenirware ahmt die Technik nach, zeigt aber gleichmäßigere, maschinell wirkende Linien und grellere Farben. Studiokeramik des 20. Jahrhunderts mit Sgraffito wird nach Künstler und Qualität bewertet; signierte Stücke tragen Ritzsignaturen oder Stempel am Boden.
So prüfen Sie es
- vertiefte, fühlbare Linien
- zwei Farbschichten
- scharfe oder ausgefranste Ritzränder
- Volkskunstmotive und Inschriften
- keine Vertiefung bei Bemalung
Sgraffito verkaufen: in allen 23 Bezirken
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