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Manufaktur: Glas & Kristall

Pallme-König

Kosten (Košťany) bei Teplitz, Nordböhmen, um 1890 bis um 1930

Nordböhmische Glashütte bei Teplitz; um 1900 irisierende Vasen mit erhabenen Fadenauflagen und Metallmontierungen.

Die Firma Pallme-König & Habel betrieb um 1900 eine Glashütte in Kosten bei Teplitz in Nordböhmen. Sie gehörte zur breiten Gruppe böhmischer Produzenten, die für Großhändler und Warenhäuser in Mitteleuropa arbeiteten, und hatte zur Zeit des Jugendstils mit irisierenden Ziergläsern Erfolg. Nach dem Ersten Weltkrieg verlor sie an Bedeutung; ihre Erzeugnisse wurden lange anderen Hütten zugeschrieben. Die Produktion bestand aus Zier- und Beleuchtungsglas in Serien.

Typisch sind Vasen mit aufgeschmolzenen, unregelmäßig verzogenen Glasfäden in kontrastierenden Farben auf irisierendem Grund, oft in gedrungener Form mit eingedrückten Wandungen. Viele Stücke erhielten Montierungen aus Messing oder Zinn, die Fuß, Henkel oder Rand bilden. Daneben entstanden einfarbige Vasen mit Lüsterüberzug, Schalen und Glaskörper für Tischlampen. Die Farbkombinationen reichen von Grün mit Rot über Bernstein mit Blau bis zu opalem Weiß; die Iris liegt als goldgelber oder violetter Schimmer über der Oberfläche.

Signaturen fehlen fast immer. Kennzeichnend sind die dicken, erhabenen Fadenauflagen, die sich mit dem Finger ertasten lassen, im Unterschied zu den eingeschmolzenen Fäden der Phänomen-Gläser von Johann Lötz Witwe. Verwechslungen mit Wilhelm Kralik Sohn sind häufig, weil beide Hütten ähnliche Formen und Farben verwendeten. Gezielte Fälschungen sind seltener als bei Loetz. Montierungen sollten fest sitzen und keine späteren Lötstellen zeigen; ausgetauschte Metallteile mindern die Originalität.

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