Künstler: Glas
Dominik Biemann
Glasschneider, 1800–1857, Neuwelt (Böhmen) – Eger
Böhmischer Glasschneider des Biedermeier; Bildnisse von Kurgästen in Franzensbad, graviert auf Becher und Glasmedaillons.
Dominik Biemann stammte aus Neuwelt im Riesengebirge, einem Zentrum der böhmischen Glasherstellung, und erlernte dort den Glasschnitt. Er arbeitete in Prag und verbrachte ab den 1820er Jahren die Sommermonate im Kurort Franzensbad, wo er Bildnisse von Kurgästen schnitt. Neuwelt war Sitz der Glashütte der Grafen Harrach. Der Glasschnitt mit dem Rad, bei dem das Glas an rotierende Kupferscheiben gehalten wird, war in Böhmen seit dem 17. Jahrhundert verbreitet. Er starb 1857 in Eger.
Biemann gravierte Porträts, Landschaften, Tierdarstellungen und mythologische Szenen in Becher, Pokale und flache Glasplatten, meist in mattem Schnitt mit polierten Lichtern. Seine Bildnisse zeigen Adelige, Bürger und Offiziere, die er in Franzensbad nach dem Leben schnitt; manche gingen als Erinnerungsstücke nach Wien und in andere Teile der Monarchie. Neben farblosem Glas verwendete er auch farbig gebeizte oder überfangene Gläser, etwa mit gelber oder roter Beize.
Biemann signierte häufig mit seinem Namen im Schnitt, teils mit Jahreszahl; die Signatur ist klein und am Rand der Darstellung zu suchen. Nachgravierte Signaturen auf zeitgleichen, unbezeichneten Gläsern kommen vor. Die Feinheit des Schnitts, besonders bei Haaren und Gesichtszügen, ist das wichtigste Kriterium. Werkstattarbeiten anderer Franzensbader Glasschneider zeigen ähnliche Motive in gröberer Ausführung.
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