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Künstler: Wiener Werkstätte

Moriz Jung

Grafiker, 1885–1915, Nikolsburg – Karpatenfront

Grafiker der Wiener Werkstätte mit Postkarten und Bilderfolgen; gestaltete Programm und Plakat des Kabaretts Fledermaus und fiel 1915.

Moriz Jung wurde 1885 in Nikolsburg in Südmähren geboren und studierte 1901–1908 an der Wiener Kunstgewerbeschule bei Carl Otto Czeschka, Bertold Löffler, Felician Myrbach und Alfred Roller. Er zeichnete für die Wiener Werkstätte und arbeitete als Gebrauchsgrafiker für zahlreiche Zeitschriften, teils unter den Pseudonymen Nikolaus Burger und Simon Mölzlagl. Im Ersten Weltkrieg diente er als Soldat und fiel im März 1915 an der Karpatenfront.

Für die Wiener Werkstätte entwarf Jung Postkarten und Bilderfolgen mit pointierten, flächig kolorierten Figuren und knappen Konturen, die die Schule Czeschkas und Löfflers zeigen. Seine Holzschnitte beruhen auf derselben Reduktion auf Umriss und Fläche. Für das Kabarett Fledermaus gestaltete er ein Programmheft und ein Plakat. Ein Holzschnittporträt Kaiser Franz Josephs wurde 1914 ausgezeichnet. Arthur Roessler veröffentlichte Teile seines Kriegstagebuchs in der Arbeiter-Zeitung und in Westermanns Monatsheften.

Postkarten der Wiener Werkstätte tragen rückseitig den Verlagsvermerk und eine Nummer; Jungs Karten sind über das Werkverzeichnis der WW-Postkarten zu identifizieren. Gelaufene Karten mit Poststempel aus der Entstehungszeit sind für die Datierung hilfreich, ungelaufene oft besser erhalten. Nachdrucke späterer Jahrzehnte haben moderne Kartonqualität und gerasterten Druck statt Lithografie; abweichende Verlagsvermerke auf der Rückseite verraten sie.

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