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Künstler: Kunstgewerbeschule & Keramik

Bertold Löffler

Maler, Grafiker, Keramiker, 1874–1960, Nieder-Rosenthal (Böhmen) – Wien

Gründete 1905/06 mit Michael Powolny die Wiener Keramik und war ab 1909 Professor an der Kunstgewerbeschule; Lehrer Oskar Kokoschkas.

Bertold Löffler besuchte 1888–1890 Abendkurse am Nordböhmischen Gewerbemuseum in Reichenberg und studierte an der Wiener Kunstgewerbeschule bei Franz Matsch und Koloman Moser. 1907 übernahm er dort die Fachklasse für Malerei und die Werkstätte für Druckverfahren, 1909 folgte er Carl Otto Czeschka als Professor. Zu seinen Schülern zählten Oskar Kokoschka, Josef von Divéky und Josef Binder. Er starb 1960 in Wien und liegt am Zentralfriedhof begraben.

Mit Michael Powolny gründete er 1905/06 die Wiener Keramik, deren Vertrieb bald die Wiener Werkstätte übernahm. Löffler entwarf Putten, Figuren und Gefäße aus weißer Fayence mit schwarzem Dekor und lieferte Keramik für das Sanatorium Purkersdorf, das Kabarett Fledermaus und das Palais Stoclet. Er illustrierte „Des Knaben Wunderhorn“ für Gerlachs Jugendbücherei, gestaltete Exlibris, etwa eines für Sigmund Freud, und malte im Ersten Weltkrieg Kriegsbilder wie den „Handgranatenwerfer“ (1916).

Keramik der Wiener Keramik trägt eine eingepresste „WK“-Marke, häufig mit Entwerfermonogramm; Löfflers Stücke sind von denen Powolnys zu unterscheiden, der ähnliche Putten entwarf. Nach 1913 erscheinen die Marken der Vereinigten Wiener und Gmundner Keramik. Spätere Ausformungen alter Modelle tragen jüngere Marken. Druckgrafik und Exlibris sind meist im Druck signiert; Bleistiftsignaturen sind seltener.

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