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Künstler: Gotik & Renaissance

Martin Schongauer

Maler, Kupferstecher, um 1450–1491, Colmar – Breisach

Colmarer Kupferstecher, dessen rund 115 Stiche die Druckgrafik nördlich der Alpen vor Dürer bestimmten.

Martin Schongauer stammte aus einer Colmarer Goldschmiedefamilie. Er führte in Colmar eine Werkstatt und arbeitete zuletzt in Breisach am Jüngsten Gericht im Münster, wo er 1491 starb. Der junge Albrecht Dürer wollte 1492 bei ihm lernen und traf ihn nicht mehr an. Das bekannteste Tafelbild ist die „Madonna im Rosenhag“ von 1473, die in Colmar erhalten ist. Sein Bruder Ludwig Schongauer war ebenfalls Maler und Stecher.

Schongauers Bedeutung liegt im Kupferstich: Etwa 115 Blätter werden ihm zugeschrieben, darunter eine Passionsfolge, „Die Versuchung des heiligen Antonius“, die große Kreuztragung, Heiligenfiguren und Ornamentstiche wie Bischofsstäbe und Rauchfässer. Er verfeinerte die Kreuzschraffur und gab dem Stich eine bis dahin unbekannte plastische Modellierung. Die Blätter dienten Malern, Bildschnitzern und Goldschmieden als Vorlagen. Viele seiner Motive kehren in Altären, Glasfenstern und Goldschmiedearbeiten am Oberrhein wieder.

Die Stiche tragen das Monogramm M und S mit einem Kreuz dazwischen. Schon zu Lebzeiten kopierten Israhel van Meckenem und andere seine Platten, teils mit eigenem Zeichen. Frühe Abzüge zeigen kräftigen, gleichmäßigen Schwarzton; spätere Drucke sind grau und verschwommen. Originalabzüge sind selten im Handel, Kopien des 15. und 16. Jahrhunderts häufiger.

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