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Künstler: Historismus

Carl Rahl

Historienmaler, 1812–1865, Wien – Rom

Wiener Historienmaler, dessen Privatschule eine Generation von Ringstraßen-Dekorationsmalern ausbildete.

Carl Rahl wurde 1812 in Wien als Sohn des Kupferstechers Carl Heinrich Rahl geboren und studierte an der Akademie. Lange Aufenthalte in Italien, vor allem in Rom, prägten ihn; dort orientierte er sich an der venezianischen Malerei. Nach kurzer Lehrtätigkeit an der Akademie 1850 gründete er eine private Malschule, aus der Christian Griepenkerl, Eduard Bitterlich und andere hervorgingen. Er starb 1865 in Wien.

Rahl malte Historien- und mythologische Bilder, Bildnisse und Entwürfe für Monumentalmalerei. Er entwarf Wand- und Deckenbilder für Palais der Ringstraße und für öffentliche Bauten; nach seinen Entwürfen entstand der Fries an der Universität Athen, ausgeführt von Eduard Lebiedzki. Seine Farbigkeit ist kräftig, die Kompositionen sind klassisch gebaut mit venezianischer Wärme. Er arbeitete in Öl auf Leinwand; die Bildnisse sind oft halbfigurig vor dunklem Grund.

Rahl-Gemälde sind im Handel selten; häufiger erscheinen Ölskizzen, Entwürfe und Zeichnungen, oft aus dem Umkreis seiner Schule. Die Zuschreibung zwischen Meister und Schülern ist schwierig, da Rahl-Schüler nach seinen Entwürfen ausführten. Bildnisse von ihm sind kräftig modelliert. Signaturen lauten „C. Rahl“; Vergleiche mit Belvedere-Beständen helfen. Bildnisse von Zeitgenossen sind über Vergleichsfotos identifizierbar.

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