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Künstler: Ringstraßen-Architektur

Gottfried Semper

Architekt, Kunsttheoretiker, 1803–1879, Hamburg – Rom

Architekt der Dresdner Oper und Theoretiker des Kunstgewerbes; plante ab 1871 das Kaiserforum mit Museen, Burgtheater und Neuer Burg.

Gottfried Semper baute in Dresden das Hoftheater und die Gemäldegalerie am Zwinger. Nach dem Maiaufstand 1849 floh er über Paris nach London, wo er an der Gründung des South Kensington Museums mitwirkte, und lehrte ab 1855 am Polytechnikum Zürich; Ludwig Baumann gehörte dort zu den von ihm beeinflussten Studenten. In „Der Stil in den technischen und tektonischen Künsten“ (1860–1863) entwickelte er eine Theorie, die Kunstgewerbe aus Material und Technik erklärt. Er starb 1879 in Rom.

1871 wurde er nach Wien berufen und entwarf mit Carl von Hasenauer das Kaiserforum: Kunsthistorisches und Naturhistorisches Museum, Burgtheater und die Erweiterung der Hofburg. Nach Konflikten zog er sich 1876 zurück; Hasenauer führte die Bauten weiter. Sempers Theorie wirkte auf das Museum für Kunst und Industrie und die Kunstgewerbeschule. Im Handel erscheinen seine Schriften in Erstausgaben, Stiche und Lithografien seiner Bauten.

„Der Stil“ erschien in zwei Bänden, der zweite behandelt Keramik, Tektonik, Stereotomie und Metallotechnik; Erstausgaben mit allen Tafeln und Textillustrationen sind von späteren Nachdrucken zu unterscheiden. Architekturzeichnungen Sempers liegen großteils im gta Archiv der ETH Zürich. Lithografien und Stahlstiche der Wiener Museumsbauten nach Semper und Hasenauer tragen Stecher- und Verlagsangaben am unteren Rand.

Epochen & Stile

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