Technik & Formate, Islamische Teppichregionen
Gebetsteppich
Kleiner Teppich mit Gebetsnische für das islamische Gebet, meist um 1 × 1,5 m; verbreitet in Anatolien, im Kaukasus, in Persien und Zentralasien.
Der Gebetsteppich dient als reine Unterlage für das fünfmal tägliche islamische Gebet und wird so gelegt, dass die Nische nach Mekka zeigt. Im Türkischen heißt er Namazlık oder Seccade, im Persischen Dschanamaz. Gebetsteppiche wurden in allen islamischen Knüpfregionen hergestellt; besonders bekannt sind die anatolischen Gruppen Gördes, Kula, Ladik, Milas und Mudjur sowie kaukasische Stücke aus Dagestan und Schirwan.
Das Format liegt meist um 1 × 1,5 m, manchmal darunter. Kennzeichen ist die Nische am oberen Feldende, gestuft, spitz, rund oder auf Säulen. Im Feld stehen häufig eine hängende Lampe, ein Lebensbaum, eine Vase, Kämme, Krüge oder die Abdrücke von Händen. Querfelder über und unter der Nische sind in Anatolien verbreitet. Familiengebetsteppiche, Saf genannt, reihen mehrere Nischen nebeneinander. Aufbau und Knoten folgen der jeweiligen Herkunftsregion.
Viele Gebetsteppiche dienten in europäischen Wohnungen als Wandbehang; sie zeigen dann eher Lichtschäden als Abnutzung. Bei Bodennutzung sitzt der Verschleiß im unteren Feld, wo gekniet wurde, dazu kommen Verluste an den Enden. Gefragt sind anatolische und kaukasische Gebetsteppiche des 18. und 19. Jahrhunderts mit Pflanzenfarben und klarer Nische. Nachknüpfungen aus Werkstätten, auch aus Seide, sind zahlreich und an ihrer Gleichmäßigkeit erkennbar.
Woran man es erkennt
- Nische am oberen Feldende
- Format meist um 1 × 1,5 m
- Lampe, Lebensbaum oder Kamm im Feld
- Saf mit mehreren Nischen
- Abnutzung im unteren Feld
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