Technik & Formate, Persien, Türkei, China, Indien
Seidenteppich
Teppich mit Flor aus Seide, meist auch mit Seidenkette; sehr fein geknüpft, glänzend und empfindlich gegen Wasser, Licht und Knicke.
Seidenteppiche sind seit der Safawidenzeit belegt, als Hofwerkstätten in Kaschan und Isfahan Teppiche aus Seide, teils mit Metallfäden, für Hof und Gesandtschaften fertigten; ein Beispiel ist der Jagdteppich im MAK in Wien. Im 19. und 20. Jahrhundert entstanden Seidenteppiche in Kaschan, Täbris, Ghom und Isfahan, in Hereke und Kayseri, in China, Indien und Kaschmir. Ein großer Teil der heutigen Produktion stammt aus China.
Seidenteppiche haben einen Flor aus Seide und meist auch eine Seidenkette, was sehr feine Knüpfungen erlaubt, häufig zwischen 500.000 und über 1.500.000 Knoten/m². Der Flor ist kurz geschoren und zeigt einen starken Glanzwechsel je nach Strichrichtung. Verbreitet sind auch Wollteppiche mit Seidenkonturen. Kunstseide aus Viskose und mercerisierte Baumwolle sehen ähnlich aus; bei der Brennprobe riecht Seide nach verbranntem Haar und hinterlässt Asche, Viskose brennt wie Papier.
Seide ist fest, aber empfindlich: Sie bricht an Knickstellen, bleicht im Sonnenlicht aus und gibt bei Wasserkontakt Farbe ab; Wasserflecken lassen sich oft nicht mehr entfernen. Seidenteppiche sollten gerollt gelagert und nur von Spezialisten gewaschen werden. Für die Bewertung zählen Herkunft, Feinheit, Signatur und Zustand; chinesische Seidenteppiche mit persischen Mustern sind zahlreich und von persischen Originalen über Knoten und Farbstellung zu unterscheiden.
Woran man es erkennt
- Seidenflor mit starkem Glanzwechsel
- Meist Seidenkette, an den Fransen sichtbar
- Sehr hohe Knotendichte
- Brennprobe gegen Kunstseide
- Empfindlich gegen Wasser, Licht und Knicke
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