Korkwolle, auch Kurk, ist ein Begriff des persischen Teppichhandels für besonders feine Wolle. Gemeint ist meist die weiche Wolle aus der Nacken- und Schulterpartie des Schafes oder die feine Unterwolle, die im Frühjahr geschoren wird. Die Bezeichnung ist nicht genormt; Händler verwenden sie auch allgemein für Wolle hoher Qualität. Verbreitet ist Korkwolle in den Feinqualitäten aus Isfahan, Nain, Ghom, Kaschan und Täbris.
Korkwolle hat dünne, lange und elastische Fasern mit hohem Lanolingehalt. Sie lässt sich fein verspinnen und erlaubt dadurch hohe Knotendichten bei kurzem Flor. Im Teppich zeigt sie einen seidigen Glanz und einen weichen Griff, ohne die Empfindlichkeit von Seide. Häufig wird sie mit Seidenkonturen kombiniert. Den Anteil an Korkwolle schätzt man an Griff und Glanz ab; eine sichere Bestimmung erfordert Fasermessungen im Labor.
Teppiche mit Korkwolle reagieren empfindlich auf falsche Behandlung: Aggressive Reinigungsmittel und Hitze entfetten die Wolle, sodass sie stumpf und brüchig wird. Mottenfraß tritt bei feiner Wolle schneller auf als bei grober. Chemisch gewaschene Stücke verlieren den natürlichen Glanz. Der Begriff allein garantiert keine Qualität; entscheidend sind Feinheit der Knüpfung, Zustand und Herkunft des Teppichs.
Woran man es erkennt
- Feine, lange, elastische Fasern
- Seidiger Glanz, weicher Griff
- Hoher Lanolingehalt
- Häufig mit Seidenkonturen kombiniert
- Begriff nicht genormt
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