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Persien – Stadt & Manufaktur, Provinz Isfahan, Iran

Nain

Kleinstadt östlich von Isfahan; seit etwa 1930 Feinknüpfungen in Elfenbein und Blau, eingeteilt in die Qualitäten 9La, 6La und 4La.

Nain war bis ins 20. Jahrhundert für feine Wollstoffe bekannt, aus denen man Aba-Mäntel schneiderte. Als die Nachfrage nach diesen Stoffen sank, stellten Weberfamilien um 1930 auf die Teppichknüpferei um und übernahmen Entwürfe aus Isfahan. Die Werkstatt der Familie Habibian prägte den Ort mit signierten Stücken. Heute knüpfen auch Dörfer im Umland und Betriebe in Isfahan Teppiche, die unter dem Namen Nain gehandelt werden.

Kennzeichnend sind helle Farben: Elfenbein, Beige, Hell- und Dunkelblau, wenig Rot, die Ornamente häufig mit Seide konturiert. Die Qualität bezeichnet man mit La, der Zahl der Einzelfäden im Kettgarn: 9La ist die gröbste Stufe mit etwa 300.000 bis 500.000 Knoten/m², 6La liegt deutlich darüber, 4La erreicht rund eine Million Knoten/m² und mehr. Geknüpft wird asymmetrisch auf Baumwoll- oder Seidenkette, meist mit Medaillon- und Rankenmustern, in Brücken und Formaten bis etwa 2,5 × 3,5 m.

Nain-Teppiche sind fast durchweg nach 1930 entstanden; der Begriff antik passt auf sie kaum. Die hellen Grundfarben nehmen Flecken, Staub und Straßenschmutz stark auf, und die Seidenkonturen verfärben sich bei falscher Reinigung. Ausschlaggebend für die Beurteilung sind La-Stufe, Signatur, gerade Kanten und ein gleichmäßig erhaltener Flor; Wasserflecken und abgetretene Laufspuren mindern den Wert deutlich.

Woran man es erkennt

  • Elfenbein, Beige und Blau als Hauptfarben
  • Seidenkonturen in Ranken und Medaillon
  • Qualitätsstufen 9La, 6La und 4La
  • Sehr kurzer, dichter Flor
  • Asymmetrischer Knoten
  • Signatur Habibian bei Werkstattstücken

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Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.