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Europa & Wien, Wien, Niederösterreich und Böhmen

Haas-Teppiche

Teppiche der Wiener Firma Philipp Haas & Söhne, gegründet 1810, im 19. Jahrhundert einer der großen Textilhersteller der Monarchie.

Philipp Haas gründete 1810 in Wien eine Weberei, aus der das Unternehmen Philipp Haas & Söhne hervorging, im 19. Jahrhundert einer der größten Textil- und Teppichhersteller der Habsburgermonarchie, mit Fabriken in Niederösterreich und Böhmen. Sitz und Verkaufshaus war das Haas-Haus am Stephansplatz, 1866 bis 1868 von August Sicard von Sicardsburg und Eduard van der Nüll errichtet und 1945 zerstört.

Haas fertigte maschinell gewebte Teppiche und Läufer, Möbelstoffe und Vorhänge, daneben handgeknüpfte Teppiche. Die Muster folgten dem Zeitgeschmack: Nachbildungen orientalischer Teppiche, Historismus-Entwürfe mit Rosetten und Rankenwerk, um 1900 auch Jugendstil-Muster. Maschinenteppiche haben eine Kette aus Baumwolle oder Jute und einen gleichmäßigen Flor; handgeknüpfte Stücke zeigen auf der Rückseite einzelne Knoten. Die Produktion war auf große Stückzahlen und Raumformate ausgelegt.

Haas-Teppiche tauchen in Wiener Wohnungen und Verlassenschaften auf, oft ohne Herkunftsangabe. Zuordnen lassen sie sich über Firmenetiketten, Musterbücher oder Vergleichsstücke. Für die Bewertung zählen Entstehungszeit, Musterqualität und Zustand: Jugendstil-Muster finden mehr Interesse als Nachbildungen orientalischer Teppiche. Typische Mängel sind eine brüchige Jutekette, abgelaufener Flor und Mottenfraß; Feuchtigkeit lässt Jute faulen.

Woran man es erkennt

  • Wiener Hersteller seit 1810
  • Maschinengewebte und handgeknüpfte Teppiche
  • Orientnachbildungen, Historismus und Jugendstil
  • Kette aus Baumwolle oder Jute
  • Zuordnung über Etiketten und Musterbücher

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Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.