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Europa & Wien, Maffersdorf (Vratislavice nad Nisou), Böhmen

Ginzkey-Teppiche

Teppiche der 1843 gegründeten Fabrik Ginzkey in Maffersdorf, einer der größten Teppichhersteller der Habsburgermonarchie.

Ignaz Ginzkey gründete 1843 in Maffersdorf bei Reichenberg in Nordböhmen, dem heutigen Vratislavice nad Nisou bei Liberec, eine Weberei, aus der eine der größten Teppichfabriken der Habsburgermonarchie hervorging. Unter seinem Sohn Willy Ginzkey wuchs das Unternehmen im späten 19. Jahrhundert stark und belieferte Kunden in der ganzen Monarchie. Nach 1945 wurde der Betrieb in der Tschechoslowakei verstaatlicht.

Ginzkey stellte handgeknüpfte Teppiche mit dem symmetrischen Knoten her, im deutschen Sprachgebrauch Smyrnateppiche, daneben maschinell gewebte Teppiche, Läufer und Wolldecken. Die Muster reichen von Nachbildungen persischer und türkischer Teppiche über Historismus-Entwürfe bis zu Jugendstil- und Art-déco-Mustern. Die handgeknüpften Stücke haben eine Kette aus Baumwolle oder Jute und einen dicken Wollflor bei niedriger Knotendichte, etwa 30.000 bis 100.000 Knoten/m².

Ginzkey-Teppiche finden sich häufig in österreichischen und tschechischen Haushalten. Handgeknüpfte Stücke mit Jugendstil- oder Art-déco-Mustern finden mehr Interesse als Nachbildungen orientalischer Teppiche. Typische Mängel sind eine brüchige Jutekette, abgelaufener Flor, Mottenfraß und verkürzte Fransen. Ein Firmenetikett auf der Rückseite erleichtert die Zuordnung; fehlt es, helfen Musterbücher und Vergleichsstücke.

Woran man es erkennt

  • Handgeknüpfte Smyrnateppiche aus Maffersdorf
  • Auch Maschinenteppiche und Wolldecken
  • Kette aus Baumwolle oder Jute
  • Muster von Orientnachbildung bis Art déco
  • Bei manchen Stücken Firmenetikett auf der Rückseite

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Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.